Su-25 wird zur Drohnen-Schleuder

Russland plant eine strategische Neuausrichtung seiner Luftwaffe. Im Mittelpunkt steht die traditionsreiche Su-25, die künftig nicht mehr nur Bodenziele angreifen soll. Stattdessen sollen die Jets als Trägerplattformen für moderne Kampfdrohnen dienen. Berichte der finnischen Zeitung „Iltalehti“ geben nun Einblick in konkrete Modelle, technische Daten und taktische Hintergründe. Besonders die neuen Drohnen Geran-4 und Geran-5 spielen dabei eine Schlüsselrolle. Damit könnten aus klassischen Erdkampfflugzeugen flexible „Drohnen-Schleudern“ werden – mit erheblichen Folgen für die Dynamik des Luftkriegs.

Su-25 wird zur Drohnen-Schleuder
Su-25 wird zur Drohnen-Schleuder

Das Wichtigste in Kürze

  • Russland rüstet Su-25-Jets zu Drohnen-Trägern um.
  • Neue Modelle heißen Geran-4 und Geran-5.
  • Geran-5 erreicht bis zu 600 km/h und 950 km Reichweite.
  • Drohnen könnten mit R-73-Luft-Luft-Raketen bestückt werden.
  • Produktionslinien müssen umfassend angepasst werden.

Wie will Russland die Su-25 künftig einsetzen?

Russland plant, Su-25-Kampfflugzeuge als Startplattform für neue Drohnen wie die Geran-4 und Geran-5 zu nutzen. Dadurch sollen Reichweite, Flexibilität und Schlagkraft russischer Luftangriffe erhöht werden.

Die Su-25: Vom Bodenangriffsjet zur Drohnen-Plattform

Die Sukhoi Su-25, von der NATO „Frogfoot“ genannt, wurde in den 1970er-Jahren entwickelt. Ihr ursprünglicher Zweck war die präzise Luftnahunterstützung, auch Close Air Support (CAS). Das Flugzeug ist robust gebaut und für Einsätze in Frontnähe konzipiert. Es kann schwere Bewaffnung tragen und auch von einfachen Flugplätzen operieren.

Im Ukraine-Krieg erlitt die Su-25 jedoch hohe Verluste. Laut der Open-Source-Plattform Oryx verlor Russland bislang 41 Maschinen. Auch die Ukraine meldet 22 Verluste dieses Typs. Diese Zahlen verdeutlichen die Gefährdung im umkämpften Luftraum.

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Daher sucht Moskau nach Alternativen. Die neue Rolle als Drohnen-Träger könnte das Risiko für Piloten senken. Gleichzeitig bleibt die Reichweite der Su-25 nutzbar. Die Maschine würde damit vom direkten Angriffsflugzeug zur mobilen Startbasis werden.

Geran-5: Schnell, weitreichend und mit 90 Kilogramm Nutzlast

Die neue Geran-5 soll laut „Iltalehti“ mit einem chinesischen Strahltriebwerk ausgestattet sein. Sie erreicht bis zu 600 Kilometer pro Stunde. Ihre Reichweite beträgt bis zu 950 Kilometer. Die Nutzlast liegt bei 90 Kilogramm. Damit entspricht sie der älteren Geran-2.

Die Kombination aus Geschwindigkeit und Reichweite macht die Geran-5 besonders flexibel. Sie könnte weit hinter der Front eingesetzt werden. Zudem erhöht ein Strahltriebwerk die Reaktionsgeschwindigkeit. Das unterscheidet sie von langsameren Propellerdrohnen.

In Verbindung mit einer Su-25 als Startplattform könnte die effektive Einsatzdistanz weiter steigen. Die Drohne würde nicht vom Boden, sondern aus der Luft starten. Dadurch verkürzt sich die Zeit bis zum Ziel. Das steigert die operative Dynamik deutlich.

Geran-4: Stärkerer Motor und hohe Reichweite

Parallel zur Geran-5 entwickelt Russland die Geran-4. Dieses Modell soll mit einem stärkeren Motor ausgestattet sein. Die Höchstgeschwindigkeit wird mit bis zu 500 km/h angegeben. Die Reichweite liegt bei rund 850 Kilometern.

Damit ist sie etwas langsamer als die Geran-5. Dennoch bleibt sie für taktische Einsätze interessant. Ihre Reichweite erlaubt Angriffe tief im Hinterland. Auch hier spielt die Startplattform eine zentrale Rolle.

Wenn eine Su-25 die Drohne näher an die Front bringt, erhöht sich die Flexibilität. Gleichzeitig können verschiedene Drohnentypen kombiniert werden. Das schafft taktische Optionen. Russland könnte je nach Ziel unterschiedliche Modelle einsetzen.

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Drohnen mit Luft-Luft-Raketen: Neue Dimension im Luftkampf

Besonders brisant ist die mögliche Bewaffnung der Drohnen. Laut Bericht könnten sie mit Vympel R-73-Raketen ausgestattet werden. Diese Infrarot-Luftkampfraketen erreichen bis zu Mach 2,5. Ihre Reichweite liegt je nach Version bei bis zu 40 Kilometern.

Damit würden Drohnen erstmals systematisch für Luft-Luft-Gefechte genutzt. Ziel könnten gegnerische Drohnen oder Abwehrsysteme sein. Das würde die Rolle unbemannter Systeme stark erweitern.

Eine solche Kombination verändert die Luftkriegsführung. Drohnen wären nicht mehr nur Angriffs- oder Kamikaze-Systeme. Sie würden aktiv in Luftkämpfe eingreifen. Das erhöht die Komplexität moderner Gefechte erheblich.

Hohe Verluste als Auslöser für den Strategiewechsel

Die Verluste der Su-25 sind ein zentraler Faktor. Frontnahe Einsätze sind riskant. Moderne Flugabwehrsysteme bedrohen langsame Erdkampfflugzeuge stark.

Daher erscheint die Umrüstung logisch. Die Su-25 könnte außerhalb direkter Gefahrenzonen bleiben. Sie würde Drohnen starten, die das eigentliche Risiko tragen.

Das senkt potenziell den Verlust von Piloten. Gleichzeitig bleibt die vorhandene Flotte nutzbar. Statt neue Flugzeuge zu entwickeln, wird bestehendes Material angepasst. Das spart Zeit und Ressourcen.

Produktionsanpassungen und industrielle Herausforderungen

Für die neuen Drohnen muss Russland seine Fertigung umstellen. Frühere Modelle wie die Geran-2 wurden relativ unkompliziert weiterentwickelt. Bei Geran-4 und Geran-5 sind jedoch tiefgreifende Änderungen nötig.

Neue Triebwerke erfordern neue Produktionslinien. Auch die Integration von Luft-Luft-Raketen stellt technische Anforderungen. Sensorik, Steuerung und Aufhängungen müssen angepasst werden.

Das bedeutet Investitionen in Infrastruktur. Gleichzeitig zeigt es, dass Russland langfristig plant. Die Industrie wird auf komplexere Drohnensysteme ausgerichtet. Damit verschiebt sich der Schwerpunkt zunehmend von klassischen Flugzeugen zu hybriden Systemen.

Fazit

Russland verwandelt die Su-25 in eine mobile Drohnen-Startrampe. Mit Geran-4 und Geran-5 entstehen schnellere und weiterreichende Systeme. Die mögliche Integration von R-73-Raketen erweitert den Einsatz sogar in den Luftkampf. Hohe Verluste an der Front beschleunigen diesen Wandel. Die Strategie könnte die Luftkriegsführung nachhaltig verändern – und macht deutlich, wie stark Drohnen traditionelle Kampfflugzeuge ergänzen oder sogar ersetzen.

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