F-15IA: Israels neuer Kampfjet im Faktencheck

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Mit der F-15IA stellt Israel seine schwere Kampfjetflotte für die kommenden Jahrzehnte neu auf. Die Maschine basiert auf der modernen F-15EX Eagle II, soll jedoch israelische Kommunikations-, Avionik-, Selbstschutz- und Waffensysteme erhalten. Fest beauftragt sind zunächst 25 Flugzeuge. Der Vertrag enthält eine Option auf weitere 25 Jets.

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Der oft verwendete Begriff „Super-Kampfjet“ ist allerdings keine technische Kategorie. Die F-15IA ist weder unsichtbar noch eine völlig neue Flugzeugfamilie. Ihre Stärke liegt an anderer Stelle: hohe Waffenlast, große Reichweite, moderne Sensorik und die Fähigkeit, schwere Präzisionswaffen über weite Distanzen zu transportieren.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die F-15IA ist eine speziell an israelische Anforderungen angepasste Variante der Boeing F-15EX Eagle II.
  • Ein Ende Dezember 2025 veröffentlichter Vertrag umfasst 25 neue Flugzeuge und eine Option auf weitere 25 Maschinen.
  • Der Vertragsrahmen liegt bei rund 8,58 Milliarden US-Dollar und umfasst weit mehr als die reinen Flugzeuge.
  • Die ersten F-15IA sollen nach bisheriger Planung ab 2031 ausgeliefert werden.
  • Die endgültige israelische Avionik-, Selbstschutz- und Waffenkonfiguration ist noch nicht vollständig öffentlich bekannt.

Was ist die F-15IA?

Die F-15IA ist eine israelische Variante der F-15EX Eagle II. Sie verbindet die modernisierte F-15-Plattform mit israelischer Avionik, Kommunikation, elektronischer Kampfführung und nationalen Waffenschnittstellen. Vorgesehen ist sie vor allem als schwerer Mehrzweckkampfjet für weitreichende Missionen und hohe Waffenlasten.

Das Kürzel „IA“ wird als „Israel Advanced“ geführt. Hinter der neuen Bezeichnung steckt keine vollständige Neukonstruktion, sondern eine konsequente Weiterentwicklung der Eagle-Familie. Israel nutzt verschiedene F-15-Versionen bereits seit den 1970er-Jahren. In den 1990er-Jahren kam die für Luft-Boden-Einsätze optimierte F-15I „Ra’am“ hinzu.

Die neue F-15IA soll diese Flotte nicht einfach eins zu eins ersetzen. Sie erweitert vielmehr die verfügbaren Fähigkeiten. Während ältere F-15 weiterhin für Luftüberlegenheit und Angriffsmissionen eingesetzt werden können, bringt die neue Generation eine digitale Flugsteuerung, moderne Sensorik und eine wesentlich offenere Systemarchitektur mit.

Einen ausführlichen Überblick über bestehende F-15-, F-16- und F-35-Versionen bietet der Beitrag zu den Kampfflugzeugen der israelischen Luftwaffe.

Wie viele F-15IA hat Israel tatsächlich bestellt?

Fest beauftragt sind zunächst 25 Flugzeuge

Am 29. Dezember 2025 vergab die US-Luftwaffe einen Auftrag an Boeing, der die Entwicklung, Integration, Erprobung, Produktion und Auslieferung von 25 F-15IA umfasst. Der veröffentlichte Vertragswert beträgt exakt 8,5777 Milliarden US-Dollar, meist gerundet auf 8,58 Milliarden US-Dollar.

Dass die United States Air Force als Vertragspartner auftritt, ist kein Widerspruch. Die Beschaffung läuft über das amerikanische Foreign-Military-Sales-Verfahren, kurz FMS. Dabei schließt die US-Regierung den Vertrag mit dem Hersteller und organisiert die Lieferung für den ausländischen Empfängerstaat.

Israel kauft die Maschinen damit nicht wie ein privater Kunde direkt bei Boeing. Der US-Staat übernimmt eine zentrale Rolle bei Freigabe, Vertragsverwaltung, Finanzierung, technischer Integration und Exportkontrolle.

Zum Zeitpunkt der Auftragsvergabe wurden zunächst 840 Millionen US-Dollar verpflichtet. Diese Summe ist weder der Gesamtpreis noch ausschließlich für israelische Sonderausstattung reserviert. Sie bezeichnet den zu diesem Zeitpunkt bereitgestellten ersten Finanzierungsanteil des Gesamtprogramms.

Weitere 25 F-15IA sind als Option vorgesehen

Der Vertrag enthält eine Option auf 25 weitere Flugzeuge. Das bedeutet: Boeing und die zuständigen US-Stellen haben die Möglichkeit einer zweiten Tranche bereits vertraglich berücksichtigt. Eine Option ist jedoch nicht automatisch mit einer vollständig finanzierten und endgültig abgerufenen Bestellung gleichzusetzen.

Im Mai 2026 billigte ein israelischer Ministerausschuss einen weitergehenden Plan zum Kauf zusätzlicher Kampfjetstaffeln. Vorgesehen sind eine weitere F-15IA-Staffel und eine zusätzliche F-35I-Staffel. Deutsche Fachmedien leiten daraus jeweils etwa 25 Flugzeuge ab, weil israelische Staffeln häufig in dieser Größenordnung geplant werden.

Redaktionell sollte trotzdem sauber unterschieden werden:

  • Sicher vertraglich beauftragt: 25 F-15IA
  • Im Vertrag enthalten: Option auf weitere 25 F-15IA
  • Politisch gebilligt: Planung einer zusätzlichen F-15IA-Staffel
  • Noch abzuwarten: vollständig veröffentlichte Vertrags- und Finanzierungsdetails der möglichen zweiten Tranche

Stand 27. Juli 2026 lässt sich deshalb belastbar sagen: Israel erhält mindestens 25 F-15IA. Eine Flotte von insgesamt 50 neuen Maschinen ist vorgesehen und politisch vorbereitet, sollte aber nicht ohne Einschränkung als vollständig ausgeliefert oder abschließend abgewickelt dargestellt werden.

Warum werden 18,8 und 8,58 Milliarden US-Dollar genannt?

Die Freigabe von 2024 hatte einen größeren Umfang

Im August 2024 genehmigte die US-Regierung einen möglichen Verkauf mit einem geschätzten Gesamtwert von bis zu 18,8 Milliarden US-Dollar. Dieses Paket war deutlich umfangreicher als der Ende 2025 veröffentlichte Vertrag.

Die damalige Genehmigung umfasste unter anderem:

  • bis zu 50 neue F-15IA,
  • mögliche Modernisierungssätze für 25 vorhandene F-15I,
  • zusätzliche Triebwerke,
  • AESA-Radarsysteme,
  • Navigations- und Zielerfassungssysteme,
  • Ersatzteile, Ausbildung und logistische Leistungen.

Die Summe von 18,8 Milliarden US-Dollar war damit eine politische und exportrechtliche Obergrenze für ein wesentlich breiteres Gesamtpaket. Sie war kein finaler Kaufpreis für 25 Flugzeuge.

Der Vertrag von 2025 deckt ein konkreteres erstes Los ab

Der spätere Auftrag über rund 8,58 Milliarden US-Dollar bezieht sich auf 25 neue F-15IA einschließlich Entwicklungs-, Integrations- und Erprobungsarbeiten. Die zuvor diskutierten Modernisierungssätze für die vorhandenen F-15I sind nach öffentlich zugänglichen deutschen Fachberichten nicht Bestandteil dieses Vertrags.

Die beiden Beträge widersprechen sich daher nicht. Sie beziehen sich auf unterschiedliche Programmstände und Leistungsumfänge.

Auch eine simple Rechnung nach dem Muster „8,58 Milliarden geteilt durch 25“ führt in die Irre. Das Ergebnis wäre kein realistischer Stückpreis. Der Vertrag enthält schließlich auch:

  • Entwicklungsleistungen für die neue Variante,
  • Integration israelischer Systeme,
  • Test- und Instrumentierungsflugzeuge,
  • Erprobung und Zertifizierung,
  • Programmmanagement,
  • Produktionsvorbereitung und weitere Unterstützungsleistungen.

Ein öffentlich belastbarer reiner Fly-away-Preis pro F-15IA liegt derzeit nicht vor.

Welche Technik steckt in der F-15IA?

Die Basis bildet die moderne F-15EX Eagle II

Die F-15IA orientiert sich weitgehend an der F-15EX der US Air Force. Diese wiederum ist keine einfache Neuauflage einer F-15 aus den 1970er-Jahren. Die Außenform erinnert zwar deutlich an die ursprüngliche Eagle, unter der Hülle steckt jedoch eine weitgehend digitalisierte Plattform.

Zur Grundausstattung der F-15EX gehören nach deutschen Fachberichten:

  • eine digitale Fly-by-Wire-Flugsteuerung,
  • ein modernes Glascockpit mit großen Bildschirmen,
  • ein leistungsfähiger Missionscomputer,
  • ein digitales Datennetzwerk,
  • ein AESA-Radar mit elektronischer Strahlschwenkung,
  • moderne Kommunikations- und Datenverbindungen.

Das AESA-Radar kann seine Strahlen elektronisch ausrichten, ohne die komplette Antenne mechanisch bewegen zu müssen. Das erleichtert schnelle Zielwechsel, parallele Luft-Luft- und Luft-Boden-Aufgaben sowie hochauflösende Geländedarstellungen.

Welche US-Komponenten unverändert in der F-15IA verbleiben und welche durch israelische Technik ersetzt werden, ist noch nicht abschließend veröffentlicht.

Israelische Systeme sind ein Kern des Programms

Israel passt importierte Kampfflugzeuge traditionell stark an die eigenen Anforderungen an. Das zeigen bereits die F-15I „Ra’am“, die F-16I „Sufa“ und die F-35I „Adir“. Bei der F-15IA ist ein ähnlicher Ansatz zu erwarten.

Vorgesehen oder sehr wahrscheinlich sind israelische Lösungen für:

  • sichere Kommunikation,
  • Freund-Feind-Erkennung,
  • elektronische Kampfführung,
  • Selbstschutz und Bedrohungswarnung,
  • Missionsplanung,
  • Datenübertragung,
  • Integration israelischer Luft-Luft- und Luft-Boden-Waffen.

Eine endgültige öffentliche Ausstattungsliste existiert bislang nicht. Das ist bei hochsensiblen militärischen Systemen normal. Konkrete Aussagen über Reichweiten von Sensoren, elektronische Gegenmaßnahmen oder geheime Waffenprofile wären daher spekulativ.

Auch das amerikanische EPAWSS-Selbstschutzsystem der F-15EX wird in den veröffentlichten Unterlagen zur israelischen Variante nicht eindeutig aufgeführt. Deutsche Fachmedien halten deshalb eine israelische Eigenlösung für möglich. Solange keine offizielle Konfiguration vorliegt, sollte dies als plausible Annahme und nicht als gesicherte Tatsache formuliert werden.

Hohe Nutzlast statt Tarnkappeneigenschaften

Die F-15IA ist kein Stealth-Kampfjet. Ihre Flugzeugzelle wurde nicht primär auf einen möglichst kleinen Radarquerschnitt ausgelegt. Gegen moderne Luftverteidigung kann sie deshalb nicht einfach dieselbe Rolle übernehmen wie eine F-35I.

Dafür bietet die Eagle-Plattform andere Vorteile. Sie kann eine hohe Menge an Treibstoff und Außenlasten transportieren, erreicht eine hohe Geschwindigkeit und besitzt zahlreiche Aufhängungspunkte für Waffen, Zusatztanks und Sensorbehälter.

Für Israel ist das vor allem bei weit entfernten Zielen relevant. Ein schwerer Kampfjet kann große Präzisionswaffen oder mehrere weitreichende Abstandswaffen mitführen, ohne tief in einen stark geschützten Luftraum eindringen zu müssen.

Wie groß die reale Einsatzreichweite ist, lässt sich nicht mit einer einzigen seriösen Zahl beantworten. Sie hängt unter anderem ab von:

  • Waffenlast und Außenbehältern,
  • Flughöhe und Geschwindigkeit,
  • Flugprofil und Reserven,
  • Luftbetankung,
  • Umwegen zur Vermeidung gegnerischer Luftverteidigung,
  • Wetter und Einsatzdauer.

Öffentlich genannte Maximalreichweiten sind deshalb nur eingeschränkt mit einer realen Gefechtsmission vergleichbar.

Technische Eckdaten und aktueller Programmstand

Merkmal Öffentlich bekannter Stand zur F-15IA
Hersteller Boeing
Basisplattform F-15EX Eagle II
Empfänger Israelische Luftwaffe
Fester Auftrag 25 Flugzeuge
Vertragsoption Bis zu 25 weitere Flugzeuge
Vertragswert Rund 8,58 Milliarden US-Dollar für das erste Los und zugehörige Programmleistungen
Produktionsort St. Louis, Missouri
Erste geplante Auslieferung Ab 2031
Geplanter Abschluss des ersten Vertragsloses Bis 31. Dezember 2035
Geplante Produktionsrate Etwa vier bis sechs Flugzeuge pro Jahr
Besatzung Voraussichtlich zweisitzig wie die zugrunde liegende F-15EX-Konfiguration
Radar Moderne AESA-Technologie; endgültige israelische Konfiguration nicht vollständig veröffentlicht
Flugsteuerung Digitale Fly-by-Wire-Technik der modernen Eagle-Plattform
Tarnkappeneigenschaften Keine vollwertige Stealth-Auslegung
Israelische Systeme Avionik, Kommunikation, Selbstschutz, Missionssoftware und Waffenschnittstellen vorgesehen

F-15IA, F-15I und F-35I im Vergleich

Merkmal F-15IA F-15I „Ra’am“ F-35I „Adir“
Grundlage F-15EX Eagle II F-15E Strike Eagle F-35A Lightning II
Hauptrolle Schwerer Mehrzweckkampfjet und weitreichende Angriffsplattform Langstrecken- und Präzisionsangriffe Stealth, Sensorfusion und Einsätze in stark geschützten Lufträumen
Tarnkappenauslegung Nein Nein Ja
Besatzung Voraussichtlich zwei Zwei Eine
Waffenlast Sehr hoch Hoch Intern begrenzt, extern erweiterbar
Israelische Anpassungen Umfassend vorgesehen Bereits umfassend integriert Umfassende israelische Sonderkonfiguration
Status in Israel Bestellt, Auslieferung ab 2031 geplant Seit den 1990er-Jahren im Dienst Im aktiven Dienst und im weiteren Flottenausbau

Warum braucht Israel F-15IA und F-35I?

Beide Flugzeuge lösen unterschiedliche Aufgaben

F-15IA und F-35I sind keine direkten Konkurrenten. Die F-35I setzt auf einen kleinen Radarquerschnitt, vernetzte Sensoren und die Fähigkeit, Informationen aus unterschiedlichen Quellen zu einem gemeinsamen Lagebild zusammenzuführen.

Die F-15IA bietet dagegen mehr Platz, mehr Außenlaststationen und eine hohe Transportkapazität. Sie kann länger oder mit schwererer Bewaffnung operieren, ist dabei jedoch leichter durch Radar zu erfassen.

Eine plausible Aufgabenteilung sieht deshalb so aus:

  1. Stealth-Flugzeuge sammeln Informationen und operieren in besonders stark überwachten Gebieten.
  2. Sie übermitteln Ziel- und Lageinformationen an weitere Plattformen.
  3. F-15IA greifen mit einer größeren Zahl weitreichender Waffen aus größerer Entfernung an.
  4. Tanker, Aufklärungsflugzeuge und Drohnen unterstützen beide Flugzeugtypen.

Dieses Vorgehen wird häufig als „Sensor-Shooter“-Prinzip beschrieben. Ein Flugzeug muss ein Ziel nicht zwingend allein erfassen, verfolgen und bekämpfen. Die Zieldaten können aus einem größeren militärischen Netzwerk stammen.

Mehr über den Produktionsstand und die internationale Verbreitung des Tarnkappenjets steht im Beitrag über die F-35 und ihre weltweiten Auslieferungen.

Die F-15IA ist kein garantierter Durchbruch gegen jede Luftverteidigung

Hohe Geschwindigkeit und große Waffenlast machen ein Flugzeug nicht unverwundbar. Moderne Langstreckenradare, Flugabwehrraketen, passive Sensoren und vernetzte Abwehrsysteme können auch schnelle Ziele erfassen und bekämpfen.

Die Überlebensfähigkeit der F-15IA hängt deshalb stark von ihrer Einbindung in ein Gesamtsystem ab. Elektronische Kampfführung, Aufklärung, Begleitschutz, Täuschkörper, Abstandswaffen und die Unterdrückung gegnerischer Luftverteidigung spielen eine zentrale Rolle.

Besonders wertvoll dürfte die F-15IA sein, wenn sie ihre Waffen außerhalb der Reichweite wichtiger gegnerischer Systeme einsetzen kann. Die tatsächliche Wirksamkeit hängt dann nicht nur vom Flugzeug ab, sondern auch von der Reichweite, Präzision und Störfestigkeit der eingesetzten Munition.

Die im ursprünglichen Zusammenhang erwähnte Nutzung von Hyperschallwaffen ist nicht als abschließend bestätigte Standardbewaffnung der F-15IA belegt. Die Plattform könnte aufgrund ihrer Nutzlast grundsätzlich sehr große und weitreichende Waffen tragen. Welche israelischen Hyperschallwaffen tatsächlich integriert werden, ist öffentlich jedoch nicht gesichert.

Grundlagen zu dieser Waffenkategorie erklärt der Beitrag Hyperschallwaffen: Gefahr im Anflug.

Produktion und Auslieferung der neuen Kampfjets

Design, Integration, Erprobung und Fertigung finden im Boeing-Werk in St. Louis im US-Bundesstaat Missouri statt. Das Programm soll bis zum 31. Dezember 2035 abgeschlossen werden.

Die erste Auslieferung ist ab 2031 vorgesehen. Nach dem Anlaufen der Produktion sollen etwa vier bis sechs Flugzeuge pro Jahr entstehen. Bei 25 Maschinen würde die vollständige Übergabe damit mehrere Jahre dauern.

Der lange Zeitraum hat mehrere Gründe. Die F-15IA muss nicht nur gebaut werden. Die israelischen Systeme müssen entwickelt, technisch eingebunden, getestet und zugelassen werden. Hinzu kommen Flugerprobung, Softwarevalidierung, Ausbildung, Ersatzteilversorgung und der Aufbau einer geeigneten Wartungsorganisation.

Auch die Besatzungen benötigen Zeit. Ein neuer Kampfjet ist erst dann militärisch nutzbar, wenn ausreichend Piloten, Waffensystemoffiziere, Techniker und Einsatzplaner ausgebildet wurden. Simulatoren, Bodenausrüstung und Missionsdaten müssen parallel bereitstehen.

Was ist über die F-15IA noch nicht bekannt?

Trotz des milliardenschweren Vertrags bleiben zentrale Fragen offen. Öffentlich nicht vollständig geklärt sind unter anderem:

  • die endgültige Radar- und Selbstschutzkonfiguration,
  • der Umfang israelischer Missionssoftware,
  • die genaue Triebwerksausstattung aller Maschinen,
  • die vollständige Liste integrierter israelischer Waffen,
  • die reale Reichweite unter typischer Einsatzbeladung,
  • der konkrete Anteil von Ausbildung, Ersatzteilen und Logistik am Vertragswert,
  • der endgültige Vertragsstatus einer möglichen zweiten 25er-Tranche,
  • eine separate Modernisierung der vorhandenen F-15I.

Diese Unsicherheiten sollten in einer seriösen Berichterstattung sichtbar bleiben. Militärische Beschaffungsprogramme verändern sich während Entwicklung und Integration häufig. Einzelne Systeme können ausgetauscht, verschoben oder in spätere Lose verlagert werden.

Strategische Bedeutung für Israels Luftwaffe

Die F-15IA erweitert Israels Möglichkeiten, schwere Präzisionswaffen über große Entfernungen einzusetzen. Sie ergänzt damit die vorhandenen F-15I und die Stealth-Fähigkeiten der F-35I.

Für die israelische Luftwaffe entsteht eine Flottenstruktur mit klar verteilten Stärken:

  • F-35I für Stealth, Sensorfusion und Aufklärung,
  • F-15IA für hohe Waffenlast und weitreichende Angriffe,
  • F-16 für flexible Mehrzweckaufgaben,
  • Tanker für zusätzliche Reichweite,
  • Drohnen und Aufklärungsflugzeuge für Lagebilder und Zielinformationen.

Die F-15IA allein verändert das militärische Kräfteverhältnis nicht automatisch. Ihre Bedeutung entsteht durch das Zusammenspiel mit Tankflugzeugen, Satelliten, elektronischer Aufklärung, Datenverbindungen, Präzisionsmunition und anderen Kampfjets.

Genau darin liegt der eigentliche Wert des Programms. Israel kauft nicht nur 25 große Flugzeuge. Das Land investiert in eine zusätzliche, hoch vernetzte Trägerplattform für Sensoren, Kommunikation und weitreichende Wirkmittel.

Fazit: Leistungsstark, aber kein unsichtbarer Wunderjet

Die F-15IA ist eine der leistungsfähigsten Weiterentwicklungen der traditionsreichen F-15-Familie. Sie kombiniert eine robuste Plattform mit digitaler Flugsteuerung, moderner Avionik und israelischer Systemintegration. Ihre größten Vorteile sind hohe Nutzlast, Reichweite, Geschwindigkeit und die mögliche Nutzung schwerer Abstandswaffen.

Als Tarnkappenjet sollte sie dennoch nicht dargestellt werden. Für Einsätze gegen moderne Luftverteidigung bleibt sie auf elektronische Kampfführung, Aufklärung, Stealth-Plattformen und weitreichende Waffen angewiesen.

Fest bestellt sind zunächst 25 Maschinen. Die ersten Auslieferungen sollen 2031 beginnen. Eine zweite Tranche über weitere 25 F-15IA ist vorbereitet und politisch gewollt, aber öffentlich nicht in allen Einzelheiten als abgeschlossener Folgeauftrag dokumentiert.

Der Milliardenvertrag steht damit weniger für einen einzelnen „Super-Kampfjet“ als für den langfristigen Umbau der israelischen Luftwaffe. F-15IA und F-35I sollen sich ergänzen: Die eine Plattform bringt Tarnung und Sensorik, die andere Reichweite und Masse.

Häufige Fragen zur F-15IA

Was ist die F-15IA?

Die F-15IA ist eine für Israel angepasste Variante der Boeing F-15EX Eagle II. Sie verbindet die modernisierte Eagle-Plattform mit israelischer Avionik, Kommunikation, elektronischer Kampfführung und der Integration nationaler Waffensysteme. Die endgültige Ausrüstung ist öffentlich noch nicht vollständig dokumentiert.

Wie viele F-15IA hat Israel bestellt?

Fest beauftragt sind 25 F-15IA. Der Vertrag enthält eine Option auf 25 weitere Flugzeuge. Im Mai 2026 wurde außerdem die Beschaffung einer weiteren F-15IA-Staffel politisch gebilligt; öffentlich verfügbare Berichte sollten jedoch nicht mit einem vollständig ausgeübten und veröffentlichten Folgeauftrag gleichgesetzt werden.

Wann werden die ersten F-15IA ausgeliefert?

Die ersten F-15IA sollen nach der derzeit veröffentlichten Planung ab 2031 ausgeliefert werden. Entwicklung, Integration, Erprobung und Fertigung des ersten Vertragsloses sollen bis Ende 2035 abgeschlossen sein.

Was kostet die F-15IA?

Der Vertragsrahmen für 25 Flugzeuge liegt bei rund 8,58 Milliarden US-Dollar. Dieser Betrag ist kein einfacher Stückpreis, weil er auch Entwicklung, Integration, Instrumentierung, Erprobung und weitere Programmleistungen umfasst.

Ist die F-15IA ein Tarnkappenflugzeug?

Nein. Die F-15IA ist keine Stealth-Plattform wie die F-35I Adir. Ihre Stärken liegen vor allem in hoher Nutzlast, Reichweite, Geschwindigkeit, moderner Sensorik und der Fähigkeit, große oder weitreichende Waffen außerhalb stark geschützter Lufträume einzusetzen.

Wie unterscheidet sich die F-15IA von der F-15EX?

Die F-15IA basiert weitgehend auf der F-15EX, erhält aber israel-spezifische Systeme. Dazu dürften nationale Kommunikations-, Avionik-, Selbstschutz- und Waffenschnittstellen gehören. Welche Komponenten am Ende eingebaut werden, ist nicht vollständig öffentlich bestätigt.

Werden Israels vorhandene F-15I ebenfalls modernisiert?

Die US-Freigabe von 2024 umfasste auch mögliche Modernisierungssätze für 25 vorhandene F-15I. Im Ende 2025 veröffentlichten Vertrag für die neuen F-15IA sind diese Upgrade-Kits nach deutschen Fachberichten jedoch nicht enthalten.

Quellen und redaktionelle Transparenz

Für die Überarbeitung wurden ausschließlich erreichbare deutschsprachige Fach- und Nachrichtenquellen verwendet. Abrufdatum: 27. Juli 2026.

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