Gedenkstätte der Bundeswehr „Wald der Erinnerung“

Der „Wald der Erinnerung“ ist eine der zentralsten Gedenkstätten der Bundeswehr. Seit seiner Einweihung im November 2014 erinnert er an Soldatinnen und Soldaten, die im Einsatz oder im täglichen Dienst ihr Leben verloren haben. Die Anlage liegt auf dem Gelände des Einsatzführungskommandos nahe Potsdam und bietet Hinterbliebenen einen geschützten Ort der Trauer. Zugleich ist sie öffentlich zugänglich und vermittelt ein tiefes Verständnis für die Opfer der Auslandseinsätze. Der Wald verbindet Natur, Stille und würdiges Gedenken.

Gedenkstätte der Bundeswehr „Wald der Erinnerung“
Gedenkstätte der Bundeswehr „Wald der Erinnerung“

Das Wichtigste in Kürze

  • Gedenkstätte der Bundeswehr für im Dienst oder Einsatz gefallene Angehörige
  • 2014 eingeweiht, gelegen auf dem Gelände des Einsatzführungskommandos bei Potsdam
  • 4.500 Quadratmeter Fläche mit Stelenweg und Ehrenhainen aus Einsatzgebieten
  • Persönliches Gedenken durch individuell gestaltbare Bäume möglich
  • Ort der Trauer, Begegnung, Mahnung und öffentlicher Information über Einsätze

Wo befindet sich der Wald der Erinnerung der Bundeswehr?

Der „Wald der Erinnerung“ liegt südöstlich von Potsdam auf dem Gelände des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr. Die Gedenkstätte befindet sich in einem bewaldeten Areal außerhalb der Innenstadt und dient als zentraler Erinnerungsort für gefallene Bundeswehrangehörige.

Geschichte und Einweihung des Walds der Erinnerung

Der „Wald der Erinnerung“ wurde im November 2014 offiziell eingeweiht. Die Gedenkstätte entstand aus dem Wunsch heraus, gefallene Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr dauerhaft an einem würdevollen Ort zu ehren. Viele der dortigen Elemente stammen aus Ehrenhainen der Auslandseinsätze, die zuvor an Einsatzorten wie Afghanistan oder Mali standen.

Die Überführung dieser Ehrenmale nach Deutschland sollte ein sichtbares Zeichen der Wertschätzung sein. Seit der Eröffnung ist der Ort sowohl für Hinterbliebene als auch für Besucherinnen und Besucher zugänglich. Er steht für Kontinuität, Anerkennung und die Verantwortung, Einsätze und ihre Folgen nicht zu vergessen.

Aufbau der Gedenkstätte und ihre Gestaltung

Der Wald umfasst rund 4.500 Quadratmeter inmitten eines natürlichen Baumbestands. Besonders prägend ist der 150 Meter lange Weg, der von zahlreichen Stelen gesäumt wird. Diese Stelen enthalten die Namen, Todesjahre und Einsatzgebiete der Gefallenen. Dadurch entsteht ein stiller, zugleich eindrucksvoller Erinnerungsraum.

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In Lichtungen befinden sich Ehrenhaine, die aus internationalen Einsatzgebieten zurückgeführt wurden. Sie vermitteln authentische Einblicke in die Geschichte der Auslandseinsätze. Die Gestaltung verbindet Natur und Erinnerung, sodass Besucherinnen und Besucher in einer ruhigen Atmosphäre gedenken können.

Individuelle Erinnerungsformen für Angehörige

Ein einzigartiges Merkmal der Gedenkstätte ist die Möglichkeit zur persönlichen Gestaltung. Angehörige können einen Baum auswählen und ihn als Erinnerungspunkt nutzen. Viele versehen ihn mit persönlichen Symbolen wie QR-Codes, Herzplaketten oder Handabdrücken. Dadurch entsteht ein lebendiges, individuelles Gedenken, das die Verbindung zu den Verstorbenen sichtbar macht.

Diese Form der Erinnerung geht über klassische Denkmalsformen hinaus, da sie besondere Nähe und persönliche Ausdruckskraft vermittelt. Sie schenkt Trost und macht deutlich, dass hinter jedem Namen ein einzigartiges Leben steht.

Bedeutung für das Selbstverständnis der Bundeswehr

Der Wald dient nicht nur der Trauer, sondern auch der öffentlichen Auseinandersetzung mit Auslandseinsätzen. Das Bundesministerium der Verteidigung nutzt die Gedenkstätte, um über die Arbeit im Einsatz, die Risiken und die damit verbundene Verantwortung zu informieren.

Dadurch entsteht ein Raum für Dialog und Verständnis zwischen Bevölkerung, Truppe und Angehörigen. Die Gedenkstätte zeigt, dass die Bundeswehr ihre Gefallenen nicht vergisst und deren Einsatz als Verpflichtung versteht. Sie ist ein Ort des Trostes und spricht gleichzeitig die gesellschaftliche Verantwortung an, Einsätze kritisch und respektvoll zu betrachten.

Lage südöstlich von Potsdam und Zugang

Die Gedenkstätte befindet sich auf dem Gelände des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr südöstlich von Potsdam. Sie liegt abgelegen in einem bewaldeten Bereich, der bewusst außerhalb der Innenstadt gewählt wurde. Die genaue Adresse wird aus Sicherheits- und Schutzgründen nicht öffentlich detailliert veröffentlicht.

Dennoch ist der Ort für Besucherinnen und Besucher zugänglich. Er befindet sich zwischen dem Luftfahrthafen und dem Kommandoareal, nahe dem Potsdamer Flugplatz. Diese Lage unterstreicht den Charakter eines Rückzugsortes, der Stille, Natur und Würde vereint.

Der Wald der Erinnerung: Ergänzung zum zentralen Ehrenmal

Der Wald der Erinnerung dient als wichtiger, aber eigenständiger Ergänzungsort zum zentralen Ehrenmal der Bundeswehr im Berliner Bendlerblock. Während das Ehrenmal in Berlin das offizielle, staatliche Gedenken an alle gefallenen Bundeswehrangehörigen symbolisiert, liegt der Fokus in Potsdam auf der persönlichen Trauer und dem individuellen Gedenken der Hinterbliebenen und Kameraden.

Die hier wiedererrichteten Ehrenhaine aus den Einsatzgebieten ermöglichen eine direktere, emotionalere Verbindung zum Ort des Geschehens. Auf diese Weise gedenkt die Bundeswehr an zwei Orten mit unterschiedlicher Funktion: dem formellen Gedenken in Berlin und der persönlichen Erinnerung in der Gedenkstätte Wald der Erinnerung.

Der sensitive Prozess der Ehrenhain-Rückführung

Die Wiedererrichtung der Ehrenhaine ist ein Kernstück der Gedenkstätte Wald der Erinnerung. Nach dem Ende eines Auslandseinsatzes werden die temporären Gedenkstätten, die Soldaten vor Ort für ihre gefallenen Kameraden errichtet hatten, in einem aufwendigen Prozess vorsichtig abgebaut und nach Deutschland überführt.

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Im Wald der Erinnerung werden die Kernelemente dieser Haine – oft unter Beibehaltung der ursprünglichen Materialien und Gestaltungsmerkmale – originalgetreu wieder aufgebaut. Dieses Vorgehen stellt sicher, dass der Wiedererkennungswert für die heimkehrenden Soldaten erhalten bleibt und sie in der Gedenkstätte Wald der Erinnerung einen Ort des vertrauten Gedenkens finden, an dem die Bundeswehr gedenkt.

Architektonische Symbolik und Ort der Stille

Die gesamte Anlage der Gedenkstätte Wald der Erinnerung ist tief in ihrer Architektur verwurzelt und folgt einem klaren, symbolischen Aufbau. Der 150 Meter lange „Weg der Erinnerung“ bildet die zentrale Achse, die von Stelen mit den Namen der Verstorbenen gesäumt wird. Dieser Weg führt zum „Ort der Stille“, einer Freifläche, die dem Innehalten und der persönlichen Andacht gewidmet ist.

Das Informationsgebäude am Eingang gibt zudem Einblicke in die Geschichte der Ehrenhaine und die Einsätze der Bundeswehr. Die naturnahe, waldige Lage der Gedenkstätte Wald der Erinnerung selbst unterstreicht dabei den Charakter als ruhiger Rückzugsort für das Gedenken und die Trauerarbeit.

Der Wald als Ort der Begegnung, Mahnung und Verantwortung

Der „Wald der Erinnerung“ ist ein Ort, der viele Funktionen vereint. Er spendet Trost und bietet Raum für stilles Gedenken. Gleichzeitig erinnert er an die Verantwortung gegenüber denjenigen, die in Einsätzen ihr Leben verloren haben. Tausende Menschen besuchen die Stätte jährlich, um Frieden zu finden, Anteil zu nehmen oder sich über Auslandseinsätze zu informieren.

Der Wald verbindet persönliche Erlebnisse mit gesellschaftlicher Bedeutung. Dadurch wird er zu einem zentralen Symbol der deutschen Erinnerungskultur, das den Wert von Frieden, Sicherheit und Verantwortung betont.

Fazit

Der „Wald der Erinnerung“ ist weit mehr als eine Gedenkstätte. Er ist ein lebendiger Ort der Trauer, der Wertschätzung und der Mahnung. Seine besondere Lage, seine ruhige Atmosphäre und die individuellen Erinnerungsmöglichkeiten schaffen einen Raum, der Angehörigen und Besuchern gleichermaßen Trost spendet. Zugleich macht er die Bedeutung der Auslandseinsätze sichtbar und bewahrt das Andenken der Gefallenen dauerhaft. Ein Ort, der bewegt, berührt und zum Nachdenken einlädt.

Quellen:


FAQ:

Wo genau befindet sich der Wald der Erinnerung?

Die Gedenkstätte liegt in unmittelbarer Nähe zur Henning-von-Tresckow-Kaserne in Schwielowsee, einer Gemeinde bei Potsdam in Brandenburg. Diese Standortwahl unterstreicht die enge Verbindung des Ortes zum Einsatzführungskommando, das die Auslandseinsätze der Bundeswehr leitet.

Wann wurde der Wald der Erinnerung offiziell eingeweiht?

Der Wald der Erinnerung wurde am 15. November 2014 im Beisein von Hinterbliebenen und hochrangigen Vertretern der Bundeswehr offiziell eröffnet. Die Idee zur Errichtung ging jedoch bereits im Jahr 2012 aus dem Kreis der Angehörigen hervor, die einen dauerhaften Gedenkort benötigten.

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Wem ist die Gedenkstätte gewidmet?

Die Gedenkstätte ist allen Bundeswehrangehörigen gewidmet, die seit 1990 bei Auslandseinsätzen oder in Ausübung ihres Dienstes ums Leben gekommen sind. Sie dient als Ort der persönlichen Trauer für Familien, Freunde und Kameraden der Verstorbenen.

Was ist der Unterschied zum Ehrenmal der Bundeswehr in Berlin?

Das Ehrenmal in Berlin ist das zentrale, formelle Staatsmonument für alle Toten der Bundeswehr, während der Wald der Erinnerung den Charakter einer individuellen, stillen Andachtsstätte trägt. Die Gedenkstätte Wald der Erinnerung beherbergt zudem physische Originalteile der Ehrenhaine aus den jeweiligen Einsatzgebieten.

Was sind die Ehrenhaine und woher stammen sie?

Die Ehrenhaine sind temporäre Gedenkstätten, die Soldaten während der Einsätze in Ländern wie Afghanistan oder Mali für ihre gefallenen Kameraden errichtet haben. Diese Haine werden nach Einsatzende abgebaut, nach Deutschland überführt und in der Gedenkstätte Wald der Erinnerung originalgetreu wieder aufgebaut.

Kann man als Zivilist die Gedenkstätte besuchen?

Ja, der Wald der Erinnerung ist grundsätzlich öffentlich zugänglich und steht allen Bürgern offen, die der Toten der Bundeswehr gedenken möchten. Besucherzahlen von über 90.000 seit der Eröffnung unterstreichen die wichtige Rolle der Gedenkstätte in der deutschen Erinnerungskultur.

Was symbolisiert der „Weg der Erinnerung“?

Der 150 Meter lange „Weg der Erinnerung“ bildet die Hauptachse des Ortes und symbolisiert den gemeinsamen Weg der Trauernden und die Verbindung der einzelnen Gedenkorte. Er wird von zahlreichen Stelen gesäumt, auf denen die Namen der Verstorbenen, ihr Todesjahr und das Einsatzgebiet eingeprägt sind.

Welche Rolle spielten die Hinterbliebenen bei der Entstehung des Waldes?

Die Initiative zum Bau des Waldes der Erinnerung ging maßgeblich von den Angehörigen der Gefallenen aus, die sich einen festen Ort des Gedenkens wünschten. Sie sind bis heute eng in die Gestaltung, die Pflege und die jährlichen Gedenkfeiern der Gedenkstätte Wald der Erinnerung eingebunden.

Gibt es im Wald der Erinnerung auch Gedenksteine für nicht-militärische Opfer?

Die Gedenkstätte fokussiert sich primär auf die Toten der Bundeswehr, gedenkt aber auch im Einsatz gefallener Polizisten, die im Rahmen von Bundeswehrmissionen ihren Dienst leisteten. Einige Ehrenhaine, wie der aus Kabul, enthalten entsprechende Gedenktafeln für diese Zivilbediensteten.

Wie oft finden dort zentrale Gedenkveranstaltungen statt?

Es finden regelmäßig Gedenkveranstaltungen statt, wobei der Volkstrauertag im November ein zentrales Datum für das Gedenken an die Einsatztoten der Bundeswehr darstellt. Zusätzlich hält das Einsatzführungskommando der Bundeswehr hier jährliche, oft bewegende Trauerfeiern ab.

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