Ukrainische Drohnen blamieren NATO bei Manöver
Mehr als 16.000 Soldaten, zwölf NATO-Staaten und ein realistisches Gefechtsszenario – doch am Ende dominieren zehn ukrainische Drohnenspezialisten das Schlachtfeld. Bei der Großübung „Hedgehog 2025“ in Estland wurden ganze NATO-Bataillone simuliert ausgeschaltet. Ein beteiligter Kommandeur brachte es laut Bericht drastisch auf den Punkt: „Wir sind erledigt.“ Die Übung wurde zur schonungslosen Bestandsaufnahme westlicher Gefechtstaktik – und zur Demonstration der neuen Macht kleiner Drohnenteams.
Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste in Kürze
- Bei „Hedgehog 2025“ nahmen über 16.000 Soldaten aus zwölf NATO-Staaten teil.
- Ukrainische Drohnenteams simulierten die Zerstörung von 17 gepanzerten Fahrzeugen in wenigen Stunden.
- An einem Übungstag wurden zwei NATO-Bataillone kampfunfähig gemacht.
- Kein ukrainisches Drohnenteam wurde ausgeschaltet.
- Experten kritisieren langsame Entscheidungsprozesse und veraltete Gefechtstaktik.
Was passierte bei „Hedgehog 2025“?
Bei der NATO-Großübung in Estland simulierten ukrainische Drohnenteams die Zerstörung ganzer NATO-Einheiten. Innerhalb eines Tages wurden zwei Bataillone kampfunfähig gemacht, ohne dass ein Drohnenteam ausgeschaltet wurde.
Großmanöver „Hedgehog 2025“ wird zur Bewährungsprobe
Die Übung „Hedgehog 2025“ fand im Mai in Estland statt. Beteiligt waren mehr als 16.000 Soldaten aus zwölf NATO-Staaten. Ziel war ein realistisches Szenario. Simuliert wurde ein „umkämpftes und stark frequentiertes“ Gefechtsfeld. Panzer und Truppen sollten noch manövrieren können. Gleichzeitig sollte das Umfeld maximalen Stress erzeugen.
Oberstleutnant Arbo Probal, Leiter des Programms für unbemannte Systeme der estnischen Streitkräfte, erklärte laut Bericht, man habe bewusst Reibung und kognitive Überlastung erzeugt. So wollte man testen, wie anpassungsfähig Einheiten unter Gefechtsbedingungen sind. Das Ergebnis fiel ernüchternd aus. Ein beteiligter Kommandeur resümierte drastisch: „Wir sind erledigt.“
Ukrainische Drohnenteams dominieren das Gefecht
Während der Übung zeigte sich die massive Wirkung moderner Drohnen. Ein ukrainisches Team bestand aus nur zehn Spezialisten. Dennoch simulierte es innerhalb eines halben Tages die Zerstörung von 17 gepanzerten NATO-Fahrzeugen. Zusätzlich flogen die Drohnen 30 weitere Angriffe.
An einem einzigen Übungstag wurden zwei NATO-Bataillone kampfunfähig gemacht. Besonders brisant: Kein einziges ukrainisches Drohnenteam wurde während der gesamten Übung ausgeschaltet. Das verdeutlicht das Kräfteverhältnis. Kleine, flexible Teams konnten große Verbände effektiv neutralisieren.
| Szenario | Ergebnis |
|---|---|
| 10 ukrainische Drohnenspezialisten | 17 gepanzerte Fahrzeuge simuliert zerstört |
| Zusätzliche Angriffe | 30 Angriffe in wenigen Stunden |
| Wirkung auf NATO | Zwei Bataillone an einem Tag kampfunfähig |
| Verluste Drohnenteams | Keine Ausschaltung |
Transparenz des Schlachtfelds als Schwachstelle
Mehrere Teilnehmer berichteten, dass NATO-Einheiten die neue Transparenz des Gefechtsfelds unterschätzt hätten. Kleindrohnen machten Bewegungen nahezu lückenlos sichtbar. Trotzdem rückten große Verbände offen vor.
Eine Gefechtsgruppe mit mehreren tausend Soldaten war beteiligt. Darunter befanden sich eine britische Brigade und eine estnische Division. Beim Vorrücken wurden Zelte aufgebaut und gepanzerte Fahrzeuge abgestellt. Laut einem Teilnehmer liefen Soldaten „einfach herum, ohne irgendeine Tarnung“. Das Resultat war eindeutig: „Es wurde alles zerstört.“
Klassische Bewegungsmuster erwiesen sich als hochriskant. Sichtbarkeit bedeutete Verwundbarkeit.
Kritik an Entscheidungsprozessen der NATO
Maria Lemberg von der ukrainischen NGO Aerorozwidka übte deutliche Kritik. Ihre Organisation steht hinter dem Gefechtsfeldmanagementsystem Delta. Sie sieht bei der NATO ein „grundlegendes Missverständnis des modernen Schlachtfelds“.
Entscheidend sei heute die Geschwindigkeit der Entscheidungsfindung. Wer schneller analysiert und handelt, gewinnt. Laut Lemberg verlangsamt der Zugang zu sensiblen Informationen häufig die Angriffskette. Bürokratische Prozesse und Hierarchien bremsen operative Reaktionen.
Im Gegensatz dazu arbeiten Drohnenteams oft dezentral. Entscheidungen fallen schneller. Daten werden unmittelbar verarbeitet. Das schafft einen taktischen Vorteil.
Klassische Konvois gelten als überholt
Auch der estnische Reservemajor Sten Reimann äußerte sich kritisch. Gegenüber dem Portal err.ee erklärte er, dass klassische Manöver wie das Vorrücken großer Konvois am Tag nicht mehr praktikabel seien.
Im schlimmsten Fall könne bis zum Abend eine ganze Brigade verloren gehen. Oder zumindest ein Großteil ihrer Ausrüstung. Die Übung zeigte, wie verwundbar große Verbände unter permanenter Drohnenbeobachtung sind.
Die Annahme eines beweglichen Gefechtsfelds mit klassischen Panzerbewegungen wurde infrage gestellt. Moderne Sensorik und Drohnen verändern die Dynamik grundlegend. Masse allein bietet keinen Schutz mehr.
Details erstmals umfassend veröffentlicht
Laut Bericht wurden die Details der Übung erstmals umfassend öffentlich gemacht. Die Offenlegung sorgt für Aufmerksamkeit. Denn sie zeigt strukturelle Schwächen westlicher Armeen.
„Hedgehog 2025“ war keine kleine Simulation. Mehr als 16.000 Soldaten waren beteiligt. Zwölf NATO-Staaten arbeiteten zusammen. Dennoch dominierten kleine Drohnenteams das Szenario.
Die Übung sollte Anpassungsfähigkeit testen. Stattdessen offenbarte sie Defizite. Die Botschaft ist klar: Moderne Kriegsführung verlangt neue Konzepte. Technologie und Geschwindigkeit sind entscheidend.
Fazit
„Hedgehog 2025“ wurde zur Warnung für westliche Militärs. Ukrainische Drohnenteams zeigten, wie schnell klassische Strukturen überfordert sind. Zwei Bataillone an einem Tag kampfunfähig – ohne eigene Verluste. Die Übung offenbart ein strategisches Umdenken. Wer das moderne Schlachtfeld unterschätzt, verliert. Die Lehren aus Estland könnten die Militärdoktrin der NATO nachhaltig verändern.