Neue Kamikazedrohnen für die Bundeswehr von Helsing und Stark Defence

Das Verteidigungsministerium beschleunigt die Modernisierung der Streitkräfte massiv. Innerhalb kürzester Zeit sollen Tausende neue Kamikazedrohnen beschafft werden. Das Auftragsvolumen liegt bei über einer halben Milliarde Euro. Erstmals setzt die Bundeswehr damit auf bewaffnete Drohnen mit künstlicher Intelligenz. Der Schritt markiert eine sicherheitspolitische Zäsur. Denn bisher nutzte Deutschland Drohnen fast ausschließlich zur Aufklärung. Jetzt kommt eine neue, hochmobile Angriffswaffe hinzu, die das militärische Kräfteverhältnis spürbar verändern soll.

Neue Kamikazedrohnen für die Bundeswehr von Helsing und Stark Defence
Neue Kamikazedrohnen für die Bundeswehr von Helsing und Stark Defence

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Verteidigungsministerium plant die Beschaffung von Tausenden Kamikazedrohnen
  • Das Investitionsvolumen beträgt rund 536 Millionen Euro
  • Die Drohnen stammen von den deutschen Herstellern Helsing und Stark Defence
  • Beide Systeme nutzen KI, die finale Entscheidung trifft jedoch ein Mensch
  • Einsatzschwerpunkt ist die Panzerbrigade 45 in Litauen

Warum gibt das Ministerium über eine halbe Milliarde Euro für Kamikazedrohnen aus?

Das Verteidigungsministerium reagiert damit auf moderne Kriegsführung. Kamikazedrohnen gelten als präzise, vergleichsweise kostengünstig und militärisch äußerst effektiv.

Strategiewechsel im Verteidigungsministerium

Das Verteidigungsministerium drückt bewusst aufs Tempo. Nach Informationen des Spiegel soll der Kauf ungewöhnlich schnell umgesetzt werden. Ziel ist es, bestehende Fähigkeitslücken der Bundeswehr zu schließen. Klassische Waffensysteme gelten als schwerfällig. Drohnen hingegen sind flexibel, schnell einsatzbereit und skalierbar. Die Bundesregierung reagiert damit auf neue Bedrohungsszenarien. Besonders der Krieg in Osteuropa hat gezeigt, wie entscheidend Drohnen geworden sind. Der Strategiewechsel ist daher auch ein Signal an NATO-Partner.

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Warum Kampfdrohnen trotz Ethikdebatte kommen

Der Einsatz bewaffneter Drohnen ist ethisch hoch umstritten. Kritiker warnen vor Töten auf Distanz. Auch die Verantwortungskette gilt als problematisch. Dennoch sind Kampfdrohnen aus modernen Konflikten nicht mehr wegzudenken. Viele Staaten setzen sie längst ein. Die Bundeswehr hielt sich bisher bewusst zurück. Der neue Beschluss beendet diese Zurückhaltung. Laut Ministerium bleibt jedoch der Mensch in der Entscheidungskette. Die KI unterstützt nur bei Zielerkennung und Navigation. Damit soll eine rote Linie nicht überschritten werden.

Bisherige Drohnen der Bundeswehr im Vergleich

Bislang nutzte die Bundeswehr Drohnen vor allem zur Aufklärung. Die norwegische Black Hornet ist extrem klein und leicht. Sie bleibt maximal 25 Minuten in der Luft. Die israelische Heron TP ist deutlich größer. Sie kann bis zu 27 Stunden fliegen. Allerdings ist sie groß, teuer und wenig beweglich. Beide Systeme sind unbewaffnet. Für direkte Kampfeinsätze waren sie nie gedacht. Genau diese Lücke sollen Kamikazedrohnen nun schließen.

Diese Kamikazedrohnen kauft die Bundeswehr

Die Bundeswehr plant die Beschaffung von zwei Modellen. Die Systeme unterscheiden sich deutlich in Größe und Gewicht. Beide gelten jedoch als hochmodern. Sie kombinieren Sprengköpfe mit KI-gestützter Zielerfassung. Nach dem Start kreisen sie über dem Zielgebiet. Ein Drohnenpilot am Boden weist das Ziel zu. Erst dann erfolgt der Angriff. Damit bleiben rechtliche Vorgaben gewahrt.

Modell Hersteller Länge Gewicht Besonderheit
Virtus Stark Defence 1,80 m 30 kg Durchschlägt bis zu 80 cm Panzerstahl
HX-2 Helsing 1,13 m 12 kg Besonders kompakt und agil

Rolle von KI und menschlicher Kontrolle

Künstliche Intelligenz spielt eine zentrale Rolle. Die Systeme erkennen Objekte, analysieren Bewegungen und stabilisieren den Flug. Dennoch bleibt der Mensch entscheidend. Das Verteidigungsministerium betont diesen Punkt ausdrücklich. Ohne menschliche Freigabe erfolgt kein Angriff. Die KI dient der Unterstützung, nicht der Autonomie. Damit soll internationalen Abkommen Rechnung getragen werden. Gleichzeitig erhöht sich die Einsatzgeschwindigkeit erheblich. Genau darin liegt der militärische Vorteil.

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Einsatzgebiet: Panzerbrigade 45 in Litauen

Die neuen Kamikazedrohnen sollen bei der Panzerbrigade 45 eingesetzt werden. Diese Einheit wird derzeit in Litauen aufgebaut. Deutschland stärkt damit dauerhaft die NATO-Ostflanke. Erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg sind deutsche Soldaten langfristig dort stationiert. Die Drohnen sollen den Schutz der Truppe verbessern. Gleichzeitig erhöhen sie die Abschreckungswirkung. Für das Ministerium ist das ein zentraler sicherheitspolitischer Baustein.

Fazit

Mit der halben Milliarde Euro setzt das Verteidigungsministerium ein klares Zeichen. Die Bundeswehr erhält erstmals bewaffnete Kamikazedrohnen. Der Schritt ist umstritten, aber strategisch konsequent. KI, menschliche Kontrolle und moderne Einsatzkonzepte greifen ineinander. Besonders an der NATO-Ostflanke könnte dies entscheidend sein. Die neue Waffe macht die Bundeswehr schneller, flexibler und schlagkräftiger – und verändert ihre Rolle grundlegend.

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