Kurbelradio im Notfall: Stromunabhängig informiert bleiben

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Wenn der Strom ausfällt, wird ein gewöhnliches Radio schnell zum nutzlosen Kasten. Ein Kurbelradio funktioniert anders: Seine Handkurbel treibt einen kleinen Generator an, der elektrische Energie erzeugt und den eingebauten Akku lädt. Damit bleiben Radioempfang, Taschenlampe und je nach Modell sogar eine eingeschränkte USB-Ladefunktion verfügbar. Genau deshalb empfiehlt auch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe ein Kurbelradio als Bestandteil der persönlichen Notfallvorsorge. Doch nicht jedes Gerät eignet sich für den Ernstfall. Empfangsart, Akkukonzept, Bedienung und ein realistischer Praxistest sind wichtiger als eine lange Liste werbewirksamer Zusatzfunktionen.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Kurbelradio benötigt keine funktionierende Steckdose, enthält aber meist einen internen Akku.
  • Für Deutschland ist ein Kombigerät mit DAB+ und UKW die sinnvollste Wahl.
  • Die Handkurbel dient vor allem als Notreserve und ersetzt kein leistungsfähiges Ladegerät.
  • Solarzellen auf kompakten Radios laden meist langsam und sollten nur als Ergänzung betrachtet werden.
  • Das Gerät sollte regelmäßig getestet, geladen und mit einer gespeicherten Senderliste vorbereitet werden.

Was ist ein Kurbelradio?
Ein Kurbelradio ist ein tragbares Radio mit eingebautem Generator. Durch das Drehen einer Handkurbel wird Strom erzeugt, der den internen Akku lädt und den Empfang von Radiosendern auch ohne Netzstrom ermöglicht.

Warum ein Kurbelradio bei einem Stromausfall sinnvoll ist

Smartphones sind im Alltag die erste Informationsquelle. In einer größeren Störung kann sich das rasch ändern. Mobilfunkstationen, Router, Rechenzentren und private WLAN-Netze benötigen Strom. Selbst ein vollständig geladenes Telefon hilft wenig, wenn die Netzinfrastruktur ausfällt oder stark überlastet ist.

Der klassische Rundfunk arbeitet dagegen als sogenanntes Verteilmedium: Ein Sender erreicht gleichzeitig sehr viele Empfänger. Die einzelnen Radios müssen keine Verbindung zum Sender aufbauen und benötigen weder Mobilfunkvertrag noch Internetzugang. Das macht den Rundfunk zu einem wichtigen Baustein im deutschen Warnmittelmix.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe rät ausdrücklich dazu, bei einem länger andauernden Stromausfall ein batterie- oder kurbelbetriebenes Radio bereitzuhalten. Über den Rundfunk können Behörden Lageinformationen, Warnungen und konkrete Verhaltensempfehlungen verbreiten.

Ein Radio ersetzt Warn-Apps, Cell Broadcast oder Sirenen nicht. Es ergänzt sie. Sirenen machen auf eine Gefahr aufmerksam, liefern aber meist keine ausführlichen Informationen. Das Radio erklärt, was passiert ist, welche Gebiete betroffen sind und wie sich die Bevölkerung verhalten soll.

Mehr zu den möglichen Auswirkungen eines lang anhaltenden Netzausfalls finden Sie im internen Ratgeber über den Blackout und seine Folgen.

Wie funktioniert ein Kurbelradio?

Die Handkurbel treibt einen kleinen Generator an

Im Inneren des Geräts sitzt ein kleiner Generator, häufig vereinfachend als Dynamo bezeichnet. Beim Drehen der Kurbel bewegen sich Magnet und Spule gegeneinander. Dabei entsteht elektrische Energie. Eine Ladeelektronik leitet den erzeugten Strom an den eingebauten Akku weiter.

Der Akku versorgt anschließend den Radioempfänger, den Lautsprecher, das Display und weitere Funktionen. Einige Geräte lassen sich während des Kurbelns direkt betreiben. Andere sammeln die Energie zunächst im Akku. Welche Betriebsweise vorgesehen ist, steht in der Bedienungsanleitung.

Wie viel Radiolaufzeit eine Minute Kurbeln liefert, lässt sich nicht seriös pauschalisieren. Die Ausbeute hängt von der Übersetzung der Kurbel, dem Generator, der Drehgeschwindigkeit, dem Ladezustand des Akkus, der Lautstärke, dem Display und der gewählten Empfangsart ab. Herstellerangaben wie „eine Minute Kurbeln für 20 Minuten Radio“ gelten meist nur unter bestimmten Testbedingungen.

Für die Praxis zählt deshalb keine Werbezahl, sondern ein eigener Test. Kurbeln Sie das entladene Gerät beispielsweise fünf Minuten lang mit gleichmäßigem Tempo. Messen Sie anschließend, wie lange der gewünschte Sender bei normaler Lautstärke läuft. Dieser Wert ist für Ihre persönliche Notfallplanung wesentlich aussagekräftiger.

Ein Kurbelradio ist nicht vollständig batterielos

Die Formulierung „Radio ohne Batterie“ führt häufig in die Irre. Moderne Kurbelradios besitzen fast immer einen eingebauten Akku. Die Kurbel stellt lediglich eine unabhängige Möglichkeit bereit, diesen Akku nachzuladen.

Ein Gerät mit verschlissenem, tiefentladenem oder beschädigtem Akku kann trotz intakter Kurbel Probleme verursachen. Besonders fest verbaute Spezialakkus erschweren eine spätere Reparatur. Für eine langfristige Krisenvorsorge sind Modelle interessant, die neben dem internen Akku auch handelsübliche Batterien oder austauschbare Akkus aufnehmen können.

So stehen mehrere Energiewege zur Verfügung:

  • Laden über USB oder USB-C im normalen Alltag
  • interner Akku für den mobilen Betrieb
  • Handkurbel als stromunabhängige Notreserve
  • Solarzelle als langsame Ergänzung
  • optional ein Batteriefach für handelsübliche Zellen

Welche Empfangsarten sollte ein Notfallradio besitzen?

DAB+ und UKW sind für Deutschland die beste Kombination

Ein zeitgemäßes Kurbelradio sollte sowohl DAB+ als auch UKW empfangen. UKW ist weit verbreitet, benötigt wenig Bedienaufwand und funktioniert mit einer einfachen Frequenzskala. DAB+ bietet eine größere Programmauswahl, digitale Sendernamen und je nach Gerät zusätzliche Textinformationen.

Nach Angaben von Deutschlandradio versorgt das bundesweite DAB+-Netz gut 98 Prozent der Fläche Deutschlands mit mobilem Empfang. Trotzdem kann es in Gebäuden, Tälern, Kellern oder abgelegenen Regionen lokale Empfangslücken geben.

Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass die Empfangssituation vom Standort und von der verwendeten Antenne abhängt. Ein Gerät, das draußen problemlos funktioniert, kann in einem Kellerraum nur schwachen Empfang liefern.

Für die Krisenvorsorge ist ein Kombigerät deshalb sinnvoller als ein reines DAB+- oder UKW-Radio. Fällt ein Empfangsweg am eigenen Standort schwach aus, bleibt die andere Technik als Alternative.

Empfangsart Bedeutung in Deutschland Eignung für ein Kurbelradio
UKW/FM Weiterhin weit verbreiteter analoger Radioempfang Sehr sinnvoll
DAB+ Digitalradio mit bundesweiten und regionalen Programmen Sehr sinnvoll
Mittelwelle/AM Deutsche Mittelwellensender wurden Ende 2015 abgeschaltet Nur begrenzter Nutzen
Kurzwelle/SW Kann internationale Sender über große Entfernungen empfangen Optional für erfahrene Nutzer
NOAA-Wetterband US-amerikanischer Wetterfunk, in Deutschland nicht regulär nutzbar Für Deutschland kein Kaufargument

Mittelwelle und Wetterband werden häufig falsch beworben

Viele importierte Notfallradios werben mit AM-, FM- und Wetterbandempfang. Solche Angaben stammen häufig aus Produktbeschreibungen für den nordamerikanischen Markt. Das dort verbreitete NOAA-Wetterband hat in Deutschland keine vergleichbare Funktion.

Auch der Begriff AM ist kein eindeutiges Qualitätsmerkmal. AM beschreibt zunächst eine Modulationsart und wird in Produktangeboten meist mit Mittelwelle gleichgesetzt. Die letzten deutschen Mittelwellensender stellten ihren Betrieb Ende 2015 ein. Ausländische Sender können abhängig von Standort, Tageszeit und Empfangsbedingungen weiterhin erreichbar sein, für lokale deutsche Warnmeldungen ist Mittelwelle aber nicht die erste Wahl.

Kurzwelle kann bei sehr großräumigen Störungen eine zusätzliche Informationsquelle darstellen. Die Bedienung verlangt jedoch Erfahrung, eine brauchbare Antenne und Kenntnisse über Frequenzen und Sendezeiten. Für die meisten Haushalte ist ein gut getestetes DAB+-/UKW-Kurbelradio praktischer.

Die wichtigsten Kaufkriterien für ein gutes Kurbelradio

Ein Notfallradio sollte nicht nach der Zahl seiner Funktionen ausgewählt werden. Im Ernstfall zählen einfache Bedienung, zuverlässiger Empfang und eine nachvollziehbare Energieversorgung. Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Kriterien.

Kriterium Darauf sollten Sie achten Warum es zählt
Empfang DAB+ und UKW, ausziehbare Antenne, Senderspeicher Zwei Empfangswege erhöhen die Ausfallsicherheit
Energiequellen USB-C, Kurbel, interner Akku und möglichst Batteriefach Mehrere Ladewege verhindern einen einzelnen Schwachpunkt
Kurbelmechanik Stabiler Griff, wenig Spiel, angenehme Übersetzung Eine dünne Kunststoffkurbel kann unter Belastung brechen
Bedienung Große Tasten, klare Beschriftung, verständliches Menü Das Gerät muss auch bei Dunkelheit und Stress nutzbar sein
Anzeige Abschaltbare Beleuchtung und sichtbarer Akkustand Dauerlicht verbraucht unnötig Energie
Lautsprecher Gut verständliche Sprache bei niedriger Lautstärke Nachrichtenverständlichkeit ist wichtiger als kräftiger Bass
Kopfhöreranschluss 3,5-mm-Buchse oder energiesparende kabelgebundene Lösung Spart Energie und ermöglicht ungestörtes Hören
Gehäuse Robuste Verarbeitung und nachvollziehbare Schutzklasse „Outdoor“ allein sagt nichts über Wasser- oder Staubschutz aus
Taschenlampe Separat schaltbar, sparsame Leuchtstufe Nützlich bei Stromausfall, sollte den Radioakku aber nicht rasch leeren
Ersatzteilversorgung Erhältliche Akkus, Kabel und nachvollziehbarer Herstellerkontakt Ein defekter Spezialakku kann das gesamte Gerät unbrauchbar machen

Ein Batteriefach erhöht die Ausfallsicherheit

Ein interner Akku ist bequem, altert aber auch dann, wenn das Radio kaum verwendet wird. Ein zusätzliches Batteriefach schafft eine zweite Reserve. Handelsübliche Batterien lassen sich getrennt lagern und bei Bedarf einsetzen.

Achten Sie darauf, welche Zellengröße das Gerät benötigt. AA- oder AAA-Zellen sind leichter zu beschaffen als herstellerspezifische Akkupacks. Wiederaufladbare NiMH-Akkus sind für regelmäßige Übungen sinnvoll. Für die reine Langzeitreserve können hochwertige Batterien mit kontrolliertem Haltbarkeitsdatum praktischer sein.

Batterien sollten nicht jahrelang unbeaufsichtigt im Gerät bleiben. Auslaufende Zellen können Kontakte und Platinen zerstören. Lagern Sie Reservebatterien separat und kontrollieren Sie diese mindestens einmal pro Jahr.

Die Solarzelle ist meist nur eine Ergänzung

Das kleine Solarmodul auf der Oberseite vieler Kurbelradios sieht leistungsfähig aus, liefert aufgrund seiner geringen Fläche jedoch nur wenig Energie. Unter idealer direkter Sonneneinstrahlung kann es den Akku langsam nachladen oder dessen Selbstentladung teilweise ausgleichen.

Hinter Fensterglas, bei bewölktem Himmel, im Winter oder bei ungünstiger Ausrichtung sinkt die Leistung deutlich. Wer längere Zeit unabhängig bleiben möchte, sollte sich nicht allein auf die integrierte Solarzelle verlassen. Ein externes, ausreichend großes Solarpanel mit USB-Anschluss kann wesentlich mehr Energie bereitstellen.

Auch hier gilt: Testen Sie das konkrete Gerät. Legen Sie es nicht stundenlang in ein überhitztes Auto oder hinter eine stark aufgeheizte Fensterscheibe. Hohe Temperaturen beschleunigen die Alterung von Lithium-Ionen-Akkus.

Kann ein Kurbelradio ein Smartphone aufladen?

Viele Modelle besitzen einen USB-Ausgang und werden als Powerbank beworben. Technisch kann das funktionieren. Praktisch handelt es sich meist um eine Notreserve und nicht um einen Ersatz für eine normale Powerbank.

Der Akku eines modernen Smartphones speichert erheblich mehr Energie, als sich durch wenige Minuten Kurbeln erzeugen lässt. Hinzu kommen Umwandlungsverluste beim Laden. Wer versucht, ein leeres Telefon allein mit der Kurbel vollständig aufzuladen, muss mit langem und anstrengendem Kurbeln rechnen.

Die USB-Funktion ist trotzdem wertvoll. Schon ein kleiner Ladeimpuls kann ausreichen, um das Telefon kurz zu starten, eine Nachricht abzurufen oder einen Anruf zu tätigen. Für die alltägliche Notfallvorsorge sollte neben dem Radio jedoch eine geladene, separate Powerbank bereitliegen.

Prüfen Sie vor dem Kauf:

  • Welcher USB-Ausgang tatsächlich vorhanden ist
  • ob das eigene Smartphone erkannt wird
  • ob ein passendes Ladekabel im Notfallset liegt
  • ob das Radio gleichzeitig empfangen und ein Gerät laden kann
  • ob die Ladefunktion bei niedrigem Akkustand automatisch abschaltet

Das Kurbelradio gehört zusammen mit Licht, Dokumenten und Kommunikationsmitteln in einen gut geplanten Notfallrucksack.

Der Praxistest: So prüfen Sie Ihr Kurbelradio vor dem Ernstfall

Ein ungeprüftes Radio vermittelt nur scheinbare Sicherheit. Verpacken und Einlagern reichen nicht. Führen Sie unmittelbar nach dem Kauf einen vollständigen Funktionstest durch und wiederholen Sie ihn später regelmäßig.

Der 10-Punkte-Funktionstest

  1. Akku vollständig laden: Laden Sie das Gerät zuerst nach Herstellerangabe über USB.
  2. UKW-Empfang prüfen: Testen Sie mehrere lokale und öffentlich-rechtliche Sender.
  3. DAB+-Suchlauf durchführen: Speichern Sie erreichbare Nachrichtenprogramme.
  4. Standorte vergleichen: Testen Sie Küche, Schlafzimmer, Keller und den vorgesehenen Lagerplatz.
  5. Antenne ausrichten: Prüfen Sie, wie sich Position und Länge der Antenne auswirken.
  6. Kurbel testen: Entladen Sie den Akku teilweise und kurbeln Sie fünf Minuten mit gleichmäßigem Tempo.
  7. Laufzeit messen: Notieren Sie, wie lange das Radio mit der erzeugten Energie funktioniert.
  8. Taschenlampe prüfen: Testen Sie alle Leuchtstufen und Schalter.
  9. Smartphone anschließen: Kontrollieren Sie, ob die USB-Notladefunktion mit Ihrem Gerät arbeitet.
  10. Bedienungsanleitung sichern: Legen Sie eine gedruckte Kurzanleitung und eine Senderliste zum Radio.

Lokale Sender vorab notieren

In einer angespannten Lage möchte niemand lange Menüs durchsuchen. Speichern Sie regionale Programme und mindestens einen überregionalen Nachrichtensender. Notieren Sie zusätzlich die wichtigsten UKW-Frequenzen auf Papier.

Bei DAB+ zeigt das Display den Sendernamen. Das ist bequem, benötigt aber einen erfolgreichen Suchlauf. Führen Sie diesen nicht erst während eines Stromausfalls durch. Je nach Gerät kann ein vollständiger Suchlauf Energie verbrauchen und vorhandene Favoriten verändern.

Das BBK erklärt auf seiner Seite „Wie wird gewarnt?“, dass Radio- und Fernsehsender ihre Programme bei akuter Gefahr unterbrechen und Warnungen weitergeben können.

Kurbelradio, Solarradio oder Batterieradio?

Merkmal Kurbelradio Solarradio Batterieradio
Energiequelle Handkurbel und Akku Solarzelle und Akku Austauschbare Batterien
Nutzung bei Nacht Uneingeschränkt möglich Nur mit zuvor geladenem Akku Uneingeschränkt mit vollen Batterien
Wetterabhängigkeit Gering Hoch Keine
Langzeitlagerung Akku muss gepflegt werden Akku muss gepflegt werden Sehr gut bei separat gelagerten Batterien
Notfallreserve Sehr hoch Mittel Hoch, solange Batterien vorhanden sind
Beste Lösung Kombigerät mit Kurbel, Akku, USB-Ladung, DAB+, UKW und zusätzlichem Batteriefach

Ein reines Solarradio ist bequem, bleibt aber von Licht und Wetter abhängig. Ein klassisches Batterieradio ist technisch einfach und kann mit einem ausreichenden Batterievorrat sehr zuverlässig sein. Die größte Flexibilität bietet ein Kurbelradio, das mehrere Stromquellen und beide relevanten Empfangsarten kombiniert.

Kurbelradio richtig lagern und den Akku pflegen

Ein Notfallradio verbringt den größten Teil seines Lebens ungenutzt im Schrank. Genau das kann dem Akku schaden. Eine vollständige Tiefentladung über Monate oder Jahre verkürzt die Lebensdauer und kann dazu führen, dass der Akku keine Ladung mehr annimmt.

Die Verbraucherzentrale empfiehlt für die Lagerung von Lithium-Ionen-Akkus einen Ladezustand von ungefähr 50 Prozent. Extreme Hitze, starke Kälte, Wasser und hohe Luftfeuchtigkeit sollten vermieden werden.

Für die Praxis eignet sich dieser Wartungsrhythmus:

  • alle drei bis sechs Monate einschalten und Empfang testen
  • Akkustand kontrollieren und bei Bedarf nachladen
  • Kurbel für einige Minuten bewegen
  • USB-Ausgang und Ladekabel prüfen
  • Reservebatterien auf Ablaufdatum und Beschädigungen kontrollieren
  • Antenne, Tasten und Anschlüsse auf Korrosion untersuchen
  • Senderliste und gedruckte Anleitung aktualisieren

Lagern Sie das Radio trocken, gut zugänglich und nicht ganz hinten im Keller. Bei Hochwasser, Brand oder schneller Evakuierung muss es innerhalb weniger Sekunden greifbar sein. Ein sinnvoller Platz ist neben Taschenlampe, Powerbank, Ersatzbatterien und Dokumentenmappe.

Typische Fehler bei der Auswahl und Nutzung

Nur auf eine große Akkukapazität schauen

Eine hohe mAh-Angabe wirkt beeindruckend, erlaubt aber ohne Akkuspannung keinen sauberen Vergleich. Auch die tatsächliche Elektronik, Lautstärke und Empfangstechnik beeinflussen die Laufzeit. Eine ehrliche Laufzeitmessung ist hilfreicher als die größte Zahl auf der Verpackung.

Das Radio ungeprüft einlagern

Manche Geräte empfangen am vorgesehenen Lagerort kaum einen Sender. Andere erkennen das eigene Smartphone nicht oder besitzen ein unpassendes Ladekabel. Solche Probleme sollten nicht erst im Stromausfall auffallen.

Die Solarzelle überschätzen

Ein kleines Solarmodul liefert keine Wunderleistung. Es hält den Akku unter günstigen Bedingungen etwas länger am Leben, lädt ein leeres Radio aber oft nur sehr langsam.

Nur DAB+ oder nur UKW kaufen

Ein Kombigerät bietet mehr Sicherheit. DAB+ ist modern und reichweitenstark, während UKW an manchen Innenstandorten leichter empfangbar sein kann. Die lokale Empfangssituation entscheidet.

Die Powerbank-Funktion als Hauptstromquelle einplanen

Das Kurbeln für eine vollständige Smartphone-Ladung ist ineffizient und anstrengend. Eine separate Powerbank gehört deshalb weiterhin zur Grundausstattung.

Ein Gerät mit komplizierter Bedienung wählen

Ein Notfallradio muss auch von anderen Haushaltsmitgliedern bedient werden können. Kleine Mehrfachschalter, kryptische Menüs und schlecht lesbare Displays sind im Alltag lästig und unter Stress ein echtes Problem.

Wo gehört das Kurbelradio zur Krisenvorsorge?

Zu Hause sollte mindestens ein Radio an einem zentralen, schnell erreichbaren Ort liegen. In größeren Haushalten kann ein zweites Gerät sinnvoll sein. Wer einen Keller, Schutzraum oder abgelegenen Gebäudeteil nutzt, sollte dort den Empfang gesondert prüfen.

Ein kompaktes Modell passt auch in ein Evakuierungsgepäck. Das BBK zählt ein batterie-, solar- oder kurbelbetriebenes Radio zur empfohlenen Ausstattung eines Notgepäcks. Weitere Bausteine finden Sie in den internen Beiträgen über:

Fazit: Ein gutes Kurbelradio muss vor allem zuverlässig sein

Ein Kurbelradio ist kein technisches Spielzeug, sondern eine unabhängige Informationsquelle für Stromausfälle, Evakuierungen und Outdoor-Einsätze. Die Handkurbel liefert Energie, wenn Steckdose, Powerbank und Batterien nicht mehr verfügbar sind. Für Deutschland empfiehlt sich ein robustes Kombigerät mit DAB+, UKW, USB-Ladung, gut verständlichem Lautsprecher und möglichst zusätzlichem Batteriefach. Eine kleine Solarzelle, Taschenlampe und Notladefunktion sind nützlich, dürfen aber nicht von den Kernaufgaben ablenken. Wer das Radio regelmäßig testet, lokale Sender speichert und den Akku richtig pflegt, kann sich im Ernstfall tatsächlich darauf verlassen.

Häufig gestellte Fragen zum Kurbelradio

Was ist ein Kurbelradio?

Ein Kurbelradio ist ein tragbares Radio mit eingebautem Generator. Beim Drehen der Handkurbel wird elektrische Energie erzeugt und in einem Akku gespeichert. Dadurch funktioniert das Gerät auch ohne Steckdose.

Welches Kurbelradio eignet sich für einen Stromausfall?

Für Deutschland eignet sich ein Gerät mit DAB+ und UKW, mehreren Ladewegen, stabiler Kurbel, klarer Bedienung und gut verständlichem Lautsprecher. Ein zusätzliches Batteriefach erhöht die Ausfallsicherheit.

Wie lange muss man für eine Stunde Radioempfang kurbeln?

Dafür gibt es keinen allgemeingültigen Wert. Laufzeit und Kurbelaufwand hängen vom Gerät, Akku, Empfangsmodus, Display und der Lautstärke ab. Die tatsächliche Leistung sollte mit dem eigenen Radio getestet werden.

Kann ein Kurbelradio ein Handy vollständig aufladen?

Viele Geräte können ein Smartphone über USB kurzzeitig laden. Für eine vollständige Ladung wäre meist sehr langes Kurbeln nötig. Die Funktion ist eher für einen kurzen Notruf oder eine wichtige Nachricht gedacht.

Ist DAB+ oder UKW im Notfall besser?

Beide Empfangsarten haben Vorteile. DAB+ bietet viele Programme und digitale Zusatzinformationen, während UKW an einzelnen Standorten leichter empfangbar sein kann. Ein Kombigerät bietet die größte Sicherheit.

Ist das Wetterband eines Kurbelradios in Deutschland nutzbar?

Das bei vielen Importgeräten beworbene NOAA-Wetterband ist für die USA ausgelegt und hat in Deutschland keine vergleichbare Funktion. Deutsche Wetter- und Gefahrenmeldungen werden über andere Warnkanäle verbreitet.

Wie oft sollte ein Kurbelradio getestet werden?

Ein Funktionstest alle drei bis sechs Monate ist sinnvoll. Dabei sollten Akku, Kurbel, Radioempfang, Taschenlampe, USB-Ausgang und vorhandene Reservebatterien geprüft werden.

Wie sollte ein Kurbelradio gelagert werden?

Das Radio sollte trocken, kühl und schnell erreichbar gelagert werden. Ein Lithium-Ionen-Akku sollte für eine längere Lagerung weder vollständig leer noch dauerhaft vollgeladen sein.

Verwendete deutsche Quellen

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