KSS-III Batch II: Südkoreas größeres U-Boot mit Lithium-Ionen-Batterien

Jang Yeongsil, 3.600 Tonnen, AIP und Lithium-Ionen-Energie: Technik, Bewaffnung, Sicherheitskonzept und Bauplan bis 2031.

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Mit der KSS-III Batch II baut Südkorea eines der leistungsfähigsten konventionellen U-Boote der Welt. Die 3.600-Tonnen-Klasse kombiniert außenluftunabhängigen Antrieb, Lithium-Ionen-Batterien, ein weiterentwickeltes Sonar- und Gefechtssystem sowie vertikale Startmöglichkeiten. Das erste Boot, Jang Yeongsil, lief im Oktober 2025 vom Stapel und soll Ende 2027 an die Marine gehen.

KSS-III Batch II: Südkoreas größeres U-Boot mit Lithium-Ionen-Batterien [Bildinhalt mit KI erstellt]
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Die neue Batch ist keine kosmetische Überarbeitung der Dosan-Ahn-Changho-Klasse. Rumpf, Energieversorgung, Sensorverarbeitung, Signaturmanagement und Anteil nationaler Systeme wachsen. Damit verfolgt Seoul zwei Ziele: eine glaubwürdige Unterwasser- und Präzisionsschlagfähigkeit gegen Nordkorea sowie ein exportfähiges U-Boot für Staaten, die hohe Ausdauer ohne Atomreaktor suchen.

Von Batch I zu Batch II: mehr als ein größeres Boot

Batch I brachte Südkorea erstmals ein weitgehend national entwickeltes U-Boot in der 3.000-Tonnen-Klasse. Drei Boote – Dosan Ahn Changho, Ahn Mu und Shin Chae-ho – wurden bis 2024 übergeben. Batch II wächst auf etwa 3.600 Tonnen und nutzt den zusätzlichen Raum für Energie, Sensoren, Waffen und leiseren Betrieb.

DAPA nennt verbesserte Fähigkeiten zur Erkennung und Zielverarbeitung, ein weiterentwickeltes Kampf- und Sonarsystem sowie neueste Technologien zur Geräuschreduzierung. Konkrete Werte zu Tauchtiefe, Reichweite, Höchstfahrt und akustischer Signatur bleiben geheim. Genau dort entscheidet sich jedoch, wie gut das Boot gegnerischen U-Jagdkräften entgeht.

Lithium-Ionen-Batterien verändern den Unterwassereinsatz

Konventionelle U-Boote müssen Energie für Elektromotoren, Sensoren und Bordbetrieb speichern. Klassische Bleibatterien sind bewährt, aber schwer und in ihrer nutzbaren Energiedichte begrenzt. Lithium-Ionen-Systeme können mehr Energie schneller bereitstellen und erlauben längere Hochgeschwindigkeitsphasen unter Wasser.

DAPA erwartet gegenüber Bleibatterien deutlich längere Unterwasserfahrt und hohe Fahrt sowie mehr als die doppelte Lebensdauer. Das sind Behördenangaben aus dem Entwicklungsprogramm, keine frei übertragbare Garantie für jede Mission. Temperatur, Alterung, Lastprofil und Sicherheitsreserven beeinflussen die tatsächliche Leistung.

Sicherheit ist die harte Seite der Energiedichte

Ein Batteriebrand ist in einem getauchten U-Boot besonders gefährlich. Südkorea errichtete deshalb bereits ab 2016 eine eigene Landtestanlage. Das System überwacht Zustände in Echtzeit, soll Risiken diagnostizieren und nutzt spezielle Löschtechnik. DAPA berichtete 2024 von zusätzlichen Sicherheitsprüfungen durch Experten aus Industrie und Forschung.

Die Kombination aus Batterie und außenluftunabhängigem Antrieb erhöht die taktische Ausdauer. Der AIP deckt lange, ruhige Phasen ab; die Batterie liefert Energie für Sensoren und schnelle Manöver. Wie genau beide Systeme im Missionsprofil zusammenspielen, gehört zu den sensiblen Leistungsdaten.

Bewaffnung und vertikale Startzellen

KSS-III ist für Torpedos, Minen und südkoreanische Lenkwaffen ausgelegt. Besonders auffällig sind vertikale Startzellen im Rumpf. Sie ermöglichen den Einsatz von Flugkörpern unabhängig von den Torpedorohren und geben dem Boot eine strategische Rolle im südkoreanischen Präzisionsschlagkonzept.

Öffentliche Quellen unterscheiden nicht immer sauber zwischen bestätigter Batch-I-Konfiguration, geplanten Batch-II-Erweiterungen und möglichen Exportvarianten. Die Zahl der Zellen und die konkrete Waffenbelegung sollten deshalb nur mit direktem Bezug zum jeweiligen Baulos genannt werden. Sicher ist: Batch II soll mehr Waffen tragen als Batch I und eine stärkere Präzisionsschlagfähigkeit erhalten.

Jang Yeongsil und der Bauplan

Der Vertrag für das erste Boot wurde 2019 geschlossen. Baubeginn war 2021, die Kiellegung folgte 2023. Am 22. Oktober 2025 lief Jang Yeongsil bei Hanwha Ocean in Geoje vom Stapel. Nach Erprobung und Abnahme soll SS-087 Ende 2027 an die Marine gehen.

Das zweite Boot soll nach früheren DAPA-Angaben 2028 übergeben werden. Für das dritte, dessen Bau 2024 begann, ist die Übergabe 2031 vorgesehen. Solche Zeitpläne bleiben anfällig für Integration, Erprobung und Zulieferprobleme – besonders bei einer neuen Batteriearchitektur.

80 Prozent nationaler Anteil und Exportambition

DAPA nennt für Batch II einen Lokalisierungsgrad von rund 80 Prozent und etwa 70 national entwickelte Ausrüstungstypen. Das verbessert Ersatzteilzugang, Wartung und politische Handlungsfreiheit. Für Exportkunden ist dieser Punkt zentral: Je weniger Genehmigungen aus Drittstaaten nötig sind, desto leichter lassen sich Waffen, Sensoren und Ausbildungspakete anpassen.

Gleichzeitig bleibt ein U-Boot ein hochkomplexes System aus internationalen Komponenten und geistigem Eigentum. „80 Prozent“ sagt wenig darüber aus, welche kritischen zehn oder zwanzig Prozent aus dem Ausland kommen. Exporterfolg hängt deshalb ebenso von Finanzierung, Werftenkooperation und langfristigem Support ab.

Redaktionelle Bewertung

KSS-III Batch II verbindet drei Fähigkeiten, die bei konventionellen U-Booten selten gemeinsam auftreten: lange Unterwasserausdauer, hohe nationale Systemtiefe und weitreichenden Präzisionsschlag. Die Lithium-Ionen-Batterie ist dabei Chance und Integrationsrisiko zugleich.

Mit dem Stapellauf des Typschiffs ist das Programm sichtbar gereift, aber noch nicht einsatzbereit. Seeerprobung und Übergabe werden zeigen, ob Südkorea die ambitionierten Ziele in zuverlässige Flottenleistung übersetzt. Zum Vergleich empfehlen wir unser Dossier zur A26 Blekinge-Klasse sowie die Rubrik Marine-Technik.

Häufige Fragen zur KSS-III Batch II

Wie heißt das erste U-Boot der KSS-III Batch II?

Das Typschiff heißt Jang Yeongsil und trägt die Kennung SS-087.

Wann wurde Jang Yeongsil vom Stapel gelassen?

Der Stapellauf fand am 22. Oktober 2025 bei Hanwha Ocean in Geoje statt.

Warum nutzt Batch II Lithium-Ionen-Batterien?

Sie sollen längere Unterwasserfahrt, stärkere Hochgeschwindigkeitsphasen und längere Lebensdauer als Bleibatterien ermöglichen.

Ist KSS-III Batch II atomgetrieben?

Nein. Es handelt sich um ein diesel-elektrisches U-Boot mit außenluftunabhängigem Antrieb und Lithium-Ionen-Energiespeicher.

Wann soll das erste Boot in Dienst gehen?

Die Übergabe an die südkoreanische Marine ist nach Erprobung für Ende 2027 geplant.

Quellen und weiterführende Dokumente

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