Enforce Tac 2026 in Nürnberg
Die Messe Enforce Tac in Nürnberg zeigt 2026 eindrucksvoll, wie stark sich die Verteidigungsbranche verändert. Während die Bundeswehr so viel Geld ausgeben will wie noch nie und Deutschland über Sicherheitspolitik diskutiert, präsentieren 1.300 Aussteller modernste Militärtechnik. Start-ups stehen neben Großkonzernen, Drohnen neben schweren Waffensystemen. Die Messe wächst rasant – um rund 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Sie steht damit symbolisch für eine Branche im Aufwind.
Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste in Kürze
- Die Enforce Tac 2026 wächst um rund 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
- 1.300 Aussteller präsentieren sich in sieben Hallen auf 60.000 Quadratmetern.
- Neben Spezialanbietern sind große Rüstungskonzerne wie Rheinmetall und KNDS vertreten.
- Start-ups wie Arx Robotics und Quantum Systems zeigen unbemannte Landsysteme.
- Politische Unterstützung soll Nürnberg als europäische Leitmesse der Verteidigungsindustrie stärken.
Was ist die Enforce Tac 2026?
Die Enforce Tac 2026 ist eine internationale Fachmesse für Sicherheits- und Verteidigungstechnik in Nürnberg. 1.300 Unternehmen präsentieren auf 60.000 Quadratmetern militärische Ausrüstung – von Start-up-Drohnen bis zu schweren Waffensystemen großer Konzerne.
Enforce Tac wächst rasant
Die Zahlen sprechen für sich. Die Enforce Tac ist 2026 um rund 30 Prozent gewachsen. Das ist ein deutliches Signal. 1.300 Aussteller sind vor Ort. Sie verteilen sich auf sieben Hallen. Die Fläche beträgt 60.000 Quadratmeter.
Damit zählt die Messe zu den wichtigsten Branchentreffen in Europa. Die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie wächst trotz allgemeiner Konjunkturschwäche. Sie gehört zu den wenigen Branchen mit stabiler Expansion.
Auch das Image hat sich verändert. Verteidigung haftet nicht mehr automatisch ein Schmuddel-Image an. Das zeigt die politische Unterstützung. Friedrich Merz hat die Schirmherrschaft übernommen. Das ist ein klares Signal an Wirtschaft und Öffentlichkeit.
Zeitenwende und neue Sicherheitsstrukturen
Der Ukraine-Krieg hat vieles verändert. Deutschland reagierte mit einem Umbau seiner Sicherheitsstrukturen. Die sogenannte Zeitenwende prägt die Debatte. Verteidigung ist wieder Kern politischer Diskussionen.
Die Bundeswehr plant historische Ausgaben. Sie will so viel investieren wie noch nie. Gleichzeitig stellt sich die Frage nach strategischer Eigenständigkeit. Wie unabhängig ist Deutschland sicherheitspolitisch?
Die Messe spiegelt diese Diskussion wider. Sie zeigt konkrete Technik. Sie zeigt neue Konzepte. Und sie zeigt, wie Industrie und Politik enger zusammenarbeiten.
Vom Spezialanbieter zum Rüstungskonzern
Früher dominierten kleinere Spezialanbieter die Enforce Tac. Sie präsentierten Pistolen. Holster. Schalldämpfer. Nachtsichtgeräte für Polizei und Spezialeinheiten.
Heute ist das Bild anders. Große Konzerne wie Rheinmetall und KNDS zeigen schweres Gerät. Das verändert die Wahrnehmung der Messe.
Die Enforce Tac ist damit nicht mehr nur eine Fachausstellung für Spezialausrüstung. Sie ist ein Schaufenster der gesamten Verteidigungsindustrie. Vom Einzelteil bis zum komplexen System.
Start-ups drängen in den Markt
Start-ups spielen eine immer größere Rolle. Mehrere junge Firmen zeigen unbemannte kleine Panzer. Besonders im Fokus steht Arx Robotics aus München.
Das Unternehmen präsentiert die neueste Version seines Fahrzeugs „Gereon“. Das System ist mit Panzerabwehrtechnik von MBDA Deutschland ausgestattet. Laut eigenen Angaben ist Arx Robotics der wichtigste westliche Lieferant der Ukraine für unbemannte Landsysteme.
Die Systeme kommen auch bei der Bundeswehr zum Einsatz. Dort dienen sie unter anderem der Drohnenabwehr.
Doch Konkurrenz ist bereits da. Quantum Systems aus Gilching zeigt erstmals ein unbemanntes Bodenfahrzeug namens „Mandrill“. Bisher war das Unternehmen für fliegende Drohnen bekannt. Nun expandiert es in den Landbereich.
Digitale Vernetzung und Künstliche Intelligenz spielen dabei eine zentrale Rolle. Sie sind Treiber der Innovation.
Politische Unterstützung und strategische Ambitionen
Die Enforce Tac will weiter wachsen. Ziel ist eine europäische Führungsrolle. Dafür findet während der Messe ein runder Tisch statt.
Auch Hubert Aiwanger hat sich angekündigt. Die politische Rückendeckung ist deutlich.
In Industriekreisen heißt es, Nürnberg solle seine Position als Leitmesse ausbauen. Doch der Wettbewerb nimmt zu. Verteidigungsetats steigen rasant. Viele Anbieter wollen profitieren.
So plant die Londoner Rüstungsmesse DSEI einen deutschen Ableger in Hannover. Der Markt wird also umkämpfter.
Wichtige Kennzahlen der Enforce Tac 2026
| Kennzahl | Wert 2026 |
|---|---|
| Wachstum gegenüber Vorjahr | ca. 30 % |
| Aussteller | 1.300 |
| Hallen | 7 |
| Fläche | 60.000 m² |
| Politische Schirmherrschaft | Bundeskanzler |
Fazit
Die Messe Enforce Tac 2026 ist mehr als eine Fachausstellung. Sie ist ein Spiegel der Zeitenwende. Rasant steigende Verteidigungsausgaben, starke politische Unterstützung und der Wettbewerb zwischen Start-ups und Großkonzernen prägen das Bild. Nürnberg positioniert sich als europäisches Zentrum der Rüstungsindustrie. Doch der internationale Konkurrenzdruck wächst. Wer verstehen will, wie sich Deutschlands Sicherheitsarchitektur verändert, muss auf diese Messe schauen.