Drohnen-Boxer: Mobile Kommandozentrale von KNDS

Der Drohnen-Boxer steht für einen Paradigmenwechsel in der militärischen Drohnenführung. Statt stationärer Containerlösungen setzt KNDS Deutschland auf eine mobile, geschützte und radbasierte Plattform. Auf der Enforce Tac wurde ein speziell entwickeltes Missionsmodul für den Boxer vorgestellt. Es verwandelt das Fahrzeug in eine vollwertige Drohnenoperationsbasis. Das System ist kein Konzept auf dem Reißbrett. Es befindet sich bereits seit rund einem halben Jahr auf Truppenübungsplätzen der Bundeswehr in der Erprobung. Mobilität wird damit zum Schutzfaktor.

Drohnen-Boxer: Mobile Kommandozentrale von KNDS
Drohnen-Boxer: Mobile Kommandozentrale von KNDS

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Boxer UxV CS ist eine mobile Kommandozentrale für Drohnen und Roboter.
  • Fünf identische Arbeitsplätze ermöglichen parallele Steuerung unbemannter Systeme.
  • Das System ist herstellerunabhängig und offen für verschiedene Drohnen- und Robotertypen.
  • Ein ausfahrbarer Mast (4–6 Meter) verbessert Reichweite und Kommunikation.
  • Prototypen werden bereits auf Übungsplätzen der Bundeswehr getestet.

Was ist der Drohnen-Boxer von KNDS Deutschland?

Der Drohnen-Boxer ist ein speziell entwickeltes Missionsmodul für den Boxer, das als mobile, geschützte Kommandozentrale zur Steuerung von Drohnen und Robotern dient und sich bereits in der Truppenerprobung befindet.

Mobile Drohnenführung statt stationärer Kontrolle

Drohnen lassen sich grundsätzlich von überall aus steuern. Dennoch stoßen stationäre Lösungen schnell an Grenzen. Feste Einrichtungen sind verwundbar. Zudem fehlt oft die Flexibilität. Genau hier setzt der Drohnen-Boxer an. Das Missionsmodul macht den Boxer zur autonomen Operationsbasis. Das Fahrzeug ist radbasiert und geschützt. Dadurch bleibt es beweglich und einsatzbereit. Es benötigt keine zusätzlichen Hilfsmittel. Gleichzeitig erhöht Mobilität die Überlebensfähigkeit. Besonders moderne Gefechtsfelder verlangen flexible Führungsstrukturen. Geschwindigkeit wird so zum neuen Schutz.

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Fünf identische Arbeitsplätze im Boxer UxV CS

Der Boxer UxV CS (Control Station) verfügt über fünf identische Bedienplätze. Jeder Arbeitsplatz ist gleich aufgebaut. Das erleichtert Ausbildung und Austauschbarkeit. Jeder Operator arbeitet mit drei Touchscreens. Hinzu kommen zwei Joysticks und eine Tastatur. Damit können Drohnen oder Roboter präzise gesteuert werden. Nach deutschen Einsatzgrundsätzen lassen sich aktuell fünf unbemannte Systeme parallel führen. Diese Zahl kann sich künftig erhöhen. Besonders Schwarmtechnologien gewinnen an Bedeutung. Die technische Basis ist dafür vorbereitet.

Merkmal Beschreibung
Anzahl Arbeitsplätze 5 identische Stationen
Bedienoberfläche 3 Touchscreens pro Platz
Steuerung 2 Joysticks + Keyboard
Führbare Systeme Aktuell 5 UxV parallel

Kommunikationsmast und technische Reichweite

Die Verbindung zu unbemannten Systemen erfolgt primär per Funk. Antennen sichern die stabile Kommunikation. Die aktuelle Konfiguration ermöglicht einen ausfahrbaren Mast mit vier Metern Höhe. Alternativ ist ein pneumatischer Mast mit sechs Metern möglich. Das verbessert Reichweite und Signalqualität deutlich. Zudem lässt sich die Kommunikationsarchitektur anpassen. Andere Übertragungswege sind integrierbar. Dadurch bleibt das System flexibel. Es kann an unterschiedliche Einsatzanforderungen angepasst werden. Gerade im dynamischen Gefechtsumfeld ist das entscheidend.

Herstellerunabhängigkeit und Systemoffenheit

KNDS betont ausdrücklich die Offenheit des Systems. Der Drohnen-Boxer ist keine Startplattform. Er ist eine Steuerungs- und Kontrolleinheit. Auf der Enforce Tac waren ein Roboter von Milrem Robotics und eine Drohne von Quantum Systems zu sehen. Dennoch spielt der Hersteller keine Rolle. Die Arbeitsplätze sind systemoffen ausgelegt. Drohnen können auf Anhängern mitgeführt werden. Sie können dort gestartet werden. Alternativ übernimmt eine andere Einheit den Start. Diese Flexibilität erhöht taktische Optionen erheblich.

Einsatzrealität: Lehren aus der Ukraine

Moderne Konflikte zeigen neue Bedrohungsmuster. In der Ukraine werden Startplätze oft kurz nach dem Drohnenstart beschossen. Russland reagiert schnell auf erkannte Positionen. Deshalb gewinnt die räumliche Trennung von Bedienern und Startorten an Bedeutung. Der Drohnen-Boxer ermöglicht genau dieses Szenario. Die Operateure bleiben geschützt im Fahrzeug. Der Start kann extern erfolgen. So sinkt das Risiko für Personal. Zudem kann die Plattform schnell verlegt werden. Geschwindigkeit ersetzt statische Sicherung. Beweglichkeit wird zum Überlebensfaktor.

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Integration in die Mittleren Kräfte der Bundeswehr

Das System befindet sich bereits in der Erprobung. Erste Prototypen sind seit rund sechs Monaten auf Übungsplätzen im Einsatz. Damit ist es kein theoretisches Konzept. Die interne Bezeichnung „Digitaler Boxer“ wird sich vermutlich nicht durchsetzen. Zu stark ist die Assoziation mit einem D-LBO Boxer. Der Arbeitstitel Boxer UxV CS bleibt daher vorerst bestehen. Besonders relevant ist die Integration in die Mittleren Kräfte der Bundeswehr. Diese setzen verstärkt auf Drohnen in größerer Stückzahl. Eine mobile Kommandozentrale passt ideal in dieses Konzept. Lieferung und Einsatzreife könnten schneller erfolgen als bei anderen Boxer-Varianten.

Fazit

Der Drohnen-Boxer von KNDS Deutschland ist mehr als ein Demonstrator. Er ist eine mobile, geschützte Kommandozentrale mit realer Truppenerprobung. Fünf Arbeitsplätze, flexible Kommunikation und Herstellerunabhängigkeit machen ihn zukunftsfähig. In modernen Konflikten zählt Geschwindigkeit. Genau hier setzt das Konzept an. Wer die Rolle mobiler Drohnenführung verstehen will, kommt an dieser Innovation nicht vorbei.

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