Kampfflugzeuge der russischen Streitkräfte im Überblick

Die russischen Streitkräfte verfügen über eine große Auswahl moderner und weiterentwickelter Kampfflugzeuge, die für Luftüberlegenheit, Bodenangriffe und strategische Missionen genutzt werden. Diese Flotte kombiniert neue Tarnkappentechnologie mit bewährten Modellen, die kontinuierlich modernisiert werden. Dadurch gelingt es Russland, sowohl regionale als auch globale Lufthoheit aufrechtzuerhalten. Besonders auffällig ist die Mischung aus fünf­ter Generation, modernisierten Mehrzweck-Jets und leistungsstarken Abfangjägern, die flexible Einsatzprofile ermöglichen.

Kampfflugzeuge der russischen Streitkräfte im Überblick
Kampfflugzeuge der russischen Streitkräfte im Überblick

Das Wichtigste in Kürze

  • Russland setzt auf eine Kombination aus neuen Stealth-Jets und bewährten Modellen.
  • Die Su-57 bildet das technologische Spitzenmodell der Flotte.
  • Die Su-35S stärkt Luftüberlegenheit und Aufklärung.
  • Bodenangriffe werden vor allem von Su-34 und Su-25SM getragen.
  • MiG-31BM bleibt zentral für Hyperschall- und Langstreckenabwehr.

Welche Kampfflugzeuge nutzt Russland im Jahr 2025?

Russland nutzt 2025 eine Kombination aus Su-57, Su-35S, Su-34, Su-25SM, MiG-31BM, MiG-29, Su-30SM2 sowie Spezialflugzeugen wie der Jak-130M und den strategischen Bombern vom Typ Tu-160. Diese Modelle decken Luftüberlegenheit, Bodenangriffe und strategische Langstreckenmissionen ab.

Die Su-57 als modernster Tarnkappenjäger

Die Su-57 markiert den technologischen Höhepunkt der russischen Luftstreitkräfte. Sie zählt zur fünften Generation und wurde entwickelt, um westliche Jets wie die F-35 zu kontern. Ihr Design reduziert die Radarerfassbarkeit deutlich. Dadurch kann sie tief in gegnerische Lufträume eindringen. Zudem kombiniert die Su-57 Luftüberlegenheit mit der Fähigkeit, Boden- und Seeziele anzugreifen. Die Maschine soll die MiG-29 und Su-27 langfristig ablösen. Bis 2028 plant Russland bis zu 76 Exemplare. Trotz Herausforderungen im Produktionsprozess nimmt die Zahl der aktiven Einheiten weiter zu. Ihre fortschrittliche Avionik ermöglicht komplexe Vernetzungsoperationen. Auch Drohnensysteme sollen künftig eingebunden werden.

Die Su-35S als moderner Mehrzweck-Jäger


Die Su-35S gilt als leistungsstärkster Vertreter der „Flanker“-Familie. Ihr Irbis-E-Radar kann bis zu 30 Ziele gleichzeitig verfolgen. Dies macht sie zu einem idealen Führungsjäger. Zudem ist sie für Luftüberlegenheit optimiert, besitzt aber auch starke Mehrzweckfähigkeiten. Die Maschine bleibt stark wendig und kann hohe G-Belastungen ausgleichen. Ihre Modernisierung ist ein zentraler Baustein der russischen Luftstrategie. Die Produktion wird fortgesetzt, um Verluste auszugleichen. Gleichzeitig wird die Flotte der Su-35S schrittweise vergrößert. Ihr Einsatzspektrum reicht von Abfangmissionen bis zu präzisen Bodenangriffen. Auch bei Auslandseinsätzen kam sie mehrfach zum Einsatz.

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Die Su-34 als robustes Angriffsmittel

Die Su-34 ist ein schwerer Jagdbomber und speziell für Angriffe in niedrigen Höhen konstruiert. Ihr gepanzertes Cockpit schützt die Crew vor Bodenbeschuss. Sie kann große Waffenlasten tragen und komplexe Angriffsprofile fliegen. Diese Robustheit macht sie zu einem Kernsystem für Bodenoperationen. Ihre Reichweite ist hoch, was Tiefenangriffe weit hinter der Front erleichtert. Zudem verfügt die Su-34 über moderne Präzisionsbewaffnung. Der Jet bleibt aufgrund seiner Zuverlässigkeit und hohen Schlagkraft fest in die russische Einsatzplanung eingebunden. Obwohl sie kein Tarnkappensystem ist, zählt sie zu den wichtigsten taktischen Bombern.

Die Su-25SM im direkten Fronteinsatz

Die Su-25SM ist ein spezialisierter Erdkämpfer. Sie wurde für den direkten Einsatz an der Front entwickelt. Die Maschine kann harte Schläge einstecken und bleibt auch bei schweren Beschädigungen manövrierfähig. Ihre modernisierte SM-Version bietet präzisere Avionik und verbesserte Zielsysteme. Dadurch steigt die Trefferwahrscheinlichkeit deutlich. Die Su-25SM unterstützt Bodentruppen effektiv und gilt als robustes Arbeitstier. Ihre hohe Einsatzrate macht sie zu einem unverzichtbaren Bestandteil der russischen Luftnahunterstützung. Auch die UBM-Variante bleibt wichtig. Viele Einsätze zeigen, dass sie trotz ihres Alters eine zentrale Rolle im taktischen Umfeld einnimmt.

Die MiG-31BM als Hyperschall- und Abfangplattform

Die MiG-31BM ist einer der schnellsten Abfangjäger der Welt. Sie wurde entwickelt, um weit entfernte Ziele in großer Höhe abzufangen. Mit modernen Radarsystemen erkennt sie Bedrohungen frühzeitig. Zudem dient sie als Träger für Hyperschallraketen. Damit kann sie strategische Ziele über große Distanzen angreifen. Die MiG-31BM bleibt ein Schlüsselstück der russischen Luftverteidigung. Ihre hohe Geschwindigkeit verschafft ihr taktische Vorteile. Sie wird kontinuierlich modernisiert, um sie bis weit in die Zukunft einsatzbereit zu halten. Die Anzahl aktiver Maschinen bleibt hoch. Ihr Einsatzspektrum reicht von Abfangmissionen bis zu strategischen Abschreckungsrollen.

Traditionelle Modelle und ergänzende Systeme

Neben den modernsten Jets nutzt Russland weiterhin bewährte Modelle wie die MiG-29. Diese Maschinen sichern die Luftverteidigung und übernehmen flexible Mehrzweckaufgaben. Die Su-30SM2 erweitert das Spektrum als Zweisitzer-Mehrzweckjäger. Zusätzlich kommt die Jak-130M für Training und elektronische Kriegsführung zum Einsatz. Auch strategische Bomber wie die Tu-160 spielen eine wichtige Rolle für Langstreckenmissionen. Diese Kombination aus alten und neuen Systemen ermöglicht eine widerstandsfähige und vielseitige Luftwaffe. Viele der älteren Jets wurden modernisiert. Dadurch bleibt die Flotte trotz Altersunterschieden einsatzfähig. Russland setzt bewusst auf eine Mischung aus Erneuerung und Erhalt.

Übersicht der Stückzahlen (2025)

Typ Rolle Geschätzte Stückzahl
Su-57 Tarnkappenjäger ca. 20–76 (bis 2028)
Su-35S Mehrzweck-Jäger mehrere Dutzend
Su-34 Jagdbomber ca. 40
Su-25SM/UBM Schlachtflugzeug ca. 140
MiG-31BM Abfangjäger/Hyperschall ca. 129
MiG-29 Mehrzweck-Jäger ca. 96
Su-30SM2 Mehrzweck-Jäger mehrere Dutzend

Die Rolle der Strategischen Bomber in den russischen Streitkräften

Die russische Luftwaffendoktrin unterscheidet klar zwischen den taktischen Kampfflugzeugen der russischen Streitkräfte wie der Su-35 oder MiG-31 und den strategischen Trägerplattformen, zu denen die nuklearfähigen Langstreckenbomber Tupolew Tu-95 „Bear“ und Tu-160 „Blackjack“ gehören. Diese schweren Bomber bilden das Rückgrat der nuklearen Triade und sind für Angriffe über interkontinentale Distanzen konzipiert, wobei sie Marschflugkörper wie die Kh-101/102 einsetzen.

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Während taktische Kampfflugzeuge die Luftüberlegenheit sichern und Erdkampfaufgaben übernehmen, dienen die strategischen Bomber primär der Abschreckung und der Fähigkeit zum Zweitschlag. Die Modernisierung der Flotte, insbesondere die Wiederaufnahme der Tu-160M-Produktion, unterstreicht deren ungebrochene Bedeutung für die strategische Machtprojektion.

Aktueller Status der 5. Generation: Die Suchoi Su-57

Das anspruchsvollste Programm unter den Kampfflugzeugen der russischen Streitkräfte ist die Suchoi Su-57, Russlands Antwort auf westliche Stealth-Jäger der 5. Generation. Obwohl die offizielle Einführung in den aktiven Dienst erfolgt ist, bleibt die Serienproduktion hinter den ursprünglichen Zielen zurück, wobei aktuell nur eine geringe Anzahl von Maschinen verfügbar ist. Bis 2028 streben die Streitkräfte jedoch die Auslieferung von insgesamt 76 Su-57-Einheiten an, um drei Luftregimenter auszustatten, was eine signifikante Beschleunigung der Fertigung erfordert.

Die Su-57 zeichnet sich durch verbesserte Stealth-Eigenschaften, Supercruise-Fähigkeit und das integrierte AESA-Radar aus, wobei der Übergang zum leistungsstärkeren Isdelije-30-Triebwerk der Schlüssel zur Erreichung der vollen Leistungsfähigkeit ist.

Organisation und Gliederung der Luft- und Weltraumkräfte (VKS)

Die Kampfflugzeuge der russischen Streitkräfte sind organisatorisch in den Luft- und Weltraumkräften (VKS – Wosduschno-kosmitscheskije sily) gebündelt, die 2015 durch die Fusion der Luftstreitkräfte und der Luftverteidigungskräfte entstanden. Diese Struktur umfasst neben den Frontfliegerkräften (Jagd- und Erdkampfflugzeuge) auch die Fernfliegerkräfte (strategische Bomber) und die Luft- und Raketenabwehr.

Die operative Führung erfolgt in Brigaden und Regimentern, die oft regional ausgerichtet sind; beispielsweise sind die Jagdfliegerregimenter mit der MiG-31 primär für die Abfangjagd in den weiten, schlecht abgedeckten Regionen Russlands zuständig. Diese zentrale Organisation ermöglicht eine koordinierte Nutzung von Jagdschutz, Luftverteidigung und Angriffskapazitäten unter einem Kommando.

Fazit

Russlands Kampfflugzeugflotte zeigt eine strategisch durchdachte Mischung aus High-End-Technologie, robusten Angriffsmaschinen und modernisierten Altmodellen. Diese Kombination erhöht Flexibilität, Schlagkraft und Einsatzbereitschaft. Trotz begrenzter Produktionsraten bleibt die Modernisierung ein zentraler Bestandteil der Militärstrategie. Die russische Luftwaffe verfügt damit 2025 über ein vielseitiges Arsenal, das für nahezu alle Einsatzszenarien ausgelegt ist und ihre globale Handlungsfähigkeit sichert.

Quellen:


FAQ:

Welches ist das modernste Kampfflugzeug der russischen Streitkräfte?

Das modernste in Serie gebaute Kampfflugzeug ist die Suchoi Su-57, die als Tarnkappenjäger (Stealth Fighter) der fünften Generation entwickelt wurde. Sie soll in den kommenden Jahren die alten Flotten schrittweise ersetzen und bildet die technologische Speerspitze der russischen Luftwaffe.

Welche Rolle spielt die Suchoi Su-35 in der russischen Luftwaffe?

Die Suchoi Su-35S ist ein hochmoderner Mehrzweck- und Luftüberlegenheitsjäger der Generation 4++, der die wichtigsten operativen Aufgaben in den aktuellen Konflikten wahrnimmt. Sie zeichnet sich durch ihre extrem hohe Manövrierfähigkeit dank Schubvektorsteuerung und ein leistungsstarkes Radar aus.

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Wie viele Kampfflugzeuge besitzt Russland insgesamt?

Die geschätzte Gesamtzahl der Kampfflugzeuge, Jagdbomber und Erdkampfflugzeuge in der russischen Flotte liegt bei über 1.000 Einheiten, wobei diese Zahl je nach Quelle und Definition variiert. Ein großer Teil des Bestandes besteht aus modernisierten Flugzeugen älterer sowjetischer Bauart wie der Su-27 und MiG-29.

Was ist der Unterschied zwischen einem Jagdbomber und einem reinen Jäger in Russland?

Reine Jäger wie die MiG-29 oder Su-27 sind primär für den Luftkampf und die Sicherung der Luftüberlegenheit konzipiert, während Jagdbomber wie die Su-34 oder Su-24 auf Bodenangriffe und taktische Bombardierung spezialisiert sind. Moderne Mehrzweckjäger wie die Su-35 verschwimmen jedoch zunehmend diese traditionellen Rollen.

Was ist die Hauptaufgabe des Abfangjägers MiG-31?

Die MiG-31 ist ein schwerer, schneller Abfangjäger, der ursprünglich zum Schutz des riesigen russischen Luftraums gegen strategische Bomber und Marschflugkörper entwickelt wurde. Heute dient sie auch als Trägerplattform für die Hyperschallrakete Kinschal (Kinzhal), was ihr eine neue strategische Bedeutung verleiht.

Welche älteren Flugzeugtypen sind noch aktiv im Einsatz?

Trotz intensiver Modernisierungsprogramme sind ältere Modelle wie die Erdkampfflugzeuge Suchoi Su-25 „Frogfoot“ und die taktischen Bomber Su-24 „Fencer“ weiterhin in großer Zahl im Einsatz. Diese Flugzeuge sind robust, erfüllen wichtige Aufgaben in der Luftnahunterstützung und werden kontinuierlich kampfwertgesteigert.

Wer sind die wichtigsten Hersteller der russischen Kampfflugzeuge?

Die wichtigsten Hersteller sind die Unternehmen der Suchoi-Holding (Teil der United Aircraft Corporation UAC), die die Su-Familie (Su-27, Su-30, Su-35, Su-57) produziert, und MiG (Mikojan-Gurewitsch), bekannt für die MiG-29 und MiG-31. Beide Unternehmen sind staatlich kontrolliert und liefern primär an die russischen Streitkräfte.

Wie wird die neue Stealth-Technologie bei der Su-57 bewertet?

Die Stealth-Technologie der Su-57 gilt im Vergleich zu den westlichen Pendants wie der F-22 oder F-35 als effektiv, aber möglicherweise weniger ausgereift, da Russland andere Prioritäten wie Manövrierfähigkeit und große Waffenlast gesetzt hat. Experten sind sich einig, dass ihre Tarnkappenfähigkeiten primär im Frontend wirksam sind und die Wartung weniger aufwendig ist als bei US-Jets.

Was bedeutet die Bezeichnung „VKS“ im Kontext der russischen Luftstreitkräfte?

VKS steht für Wosduschno-kosmitscheskije sily und ist die offizielle Bezeichnung für die Luft- und Weltraumkräfte der Russischen Föderation, die 2015 gegründet wurden. Diese vereinheitlichte Kommandostruktur integriert die Luftstreitkräfte, die Luftverteidigung und die Weltraumtruppen.

Welche Rolle spielen Transport- und Trainingsflugzeuge in der Flotte?

Transportflugzeuge wie die Il-76 sichern die strategische Mobilität und Logistik der Streitkräfte, während Jet-Trainer wie die Jak-130 für die Ausbildung der Piloten der modernen Kampfflugzeuge der russischen Streitkräfte unverzichtbar sind. Die Trainingsflugzeuge werden auch für leichte Angriffsaufgaben konzipiert und können somit doppelt verwendet werden.

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