Ziesel-Roboter: Neue Panzerabwehr von Diehl

Die Panzerabwehr mit dem Ziesel-Roboter von Diehl Defence steht für einen Paradigmenwechsel im Gefechtsfeld. Auf der Enforce Tac präsentierte Diehl Defence eine bewaffnete Version des unbemannten Bodenfahrzeugs, entwickelt gemeinsam mit Rafael. Integriert wurden Spike-Flugkörper, die in der Bundeswehr als MELLS eingeführt sind. Das System kombiniert Mobilität, elektrische Signaturarmut und ein innovatives Autonomie-Kit. Ziel ist es, Wirkung vorzuverlagern und Soldaten zu schützen. Der Ziesel agiert leise, wendig und flexibel. Gleichzeitig bleibt er modular und plattformübergreifend einsetzbar.

Ziesel-Roboter: Neue Panzerabwehr von Diehl
Ziesel-Roboter: Neue Panzerabwehr von Diehl

Das Wichtigste in Kürze

  • Diehl Defence integrierte Spike-Flugkörper von Rafael auf dem Ziesel-UGV.
  • Die Spike sind in der Bundeswehr als MELLS eingeführt.
  • Das Autonomie-Kit PLATON verzichtet im Folgemodus auf LiDAR und GPS.
  • Der Ziesel ist elektrisch, leise und hochmobil im Gelände.
  • Getestet wird ein 2-fach-Werfer, perspektivisch ist ein 4-fach-Werfer denkbar.

Was ist die Panzerabwehr mit dem Ziesel-Roboter von Diehl Defence?

Es handelt sich um eine unbemannte, elektrisch betriebene Bodenplattform, die mit Spike-Panzerabwehrflugkörpern ausgerüstet ist und dank des Autonomie-Kits PLATON auch ohne aktive Sensoren im Folgemodus operieren kann, um die Wirkung im Gefecht vorzuverlagern und Soldaten zu schützen.

Entwicklung und Kooperation mit Rafael

Die Panzerabwehrvariante des Ziesel wurde von Diehl Defence in Kooperation mit Rafael entwickelt. Ziel war die Integration der bewährten Spike-Flugkörper auf eine unbemannte Plattform. Die Spike sind in der Bundeswehr als MELLS eingeführt. Dadurch wird die Kompatibilität mit bestehenden Strukturen erleichtert. Die Präsentation erfolgte auf der Enforce Tac. Im Hintergrund der Ausstellung war zudem das Luftverteidigungssystem IRIS-T SLM zu sehen. Diese Kombination verdeutlicht die Bandbreite moderner Gefechtslösungen. Die Kooperation zeigt außerdem die internationale Vernetzung im Bereich Panzerabwehr.

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Autonomie-Kit PLATON ohne aktive Sensoren

Ein zentrales Element ist das Autonomie-Kit PLATON von Diehl Defence. Es erlaubt dem Roboter, im Folgemodus ohne aktive Sensoren zu operieren. Konkret verzichtet das System auf LiDAR und GPS. Diese Signale könnten sonst aufgeklärt oder gestört werden. Trotzdem manövriert der Ziesel zuverlässig durch Gelände. Er weicht Bäumen aus und umfährt Hindernisse. Falls nötig, überfährt er kleinere Barrieren. Zudem kann er Verwundete evakuieren. Damit erfüllt er auch logistische und sanitätsnahe Aufgaben.

Plattformübergreifende Integration der Autonomie

Die Autonomiefähigkeiten sind nicht auf den Ziesel beschränkt. Sie lassen sich auch auf andere Fahrzeuge übertragen. Dazu zählen der RMMV HX2 sowie der Patria AMV in der 6×6-Variante. Auch das UGV THeMIS von Milrem Robotics ist kompatibel. Für 2026 ist die Integration in weitere Großfahrzeuge geplant. Damit entsteht ein skalierbares Ökosystem. Die Technologie kann somit in unterschiedlichen Gefechtsverbänden eingesetzt werden. Das erhöht die operative Flexibilität. Gleichzeitig sinkt der Schulungsaufwand durch standardisierte Systeme.

Technische Daten der Ziesel-Plattform

Die Panzerabwehrversion basiert auf der Ziesel-Plattform von Mattro. Das Fahrzeug misst 1,6 Meter in der Länge und 1,3 Meter in der Breite. Das Eigengewicht beträgt nur 380 Kilogramm. Die maximale Zuladung liegt bei über 500 Kilogramm. Dadurch eignet sich das System ideal für den Transport schwerer Ausrüstung.

Merkmal Wert
Länge 1,6 m
Breite 1,3 m
Eigengewicht 380 kg
Zuladung > 500 kg
Batterie 11 kWh Lithium-Ionen
Höchstgeschwindigkeit bis 20 km/h

Der Ziesel ist voll elektrisch. Er nutzt austauschbare 11-kWh-Lithium-Ionen-Akkus. Dadurch arbeitet er nahezu geräuschlos. Er verrät seine Position nicht durch Motorenlärm. Zudem erreicht er bis zu 20 km/h. Seine Wendigkeit erlaubt den Einsatz im dichten Wald.

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Erprobung bei Bundeswehr und internationalen Streitkräften

Die Bundeswehr besitzt aktuell zwei Ziesel zu Testzwecken. Auch andere Streitkräfte evaluieren das System. Dazu zählen unter anderem Deutschland und die Ukraine. Noch ist der Roboter nicht in die Truppe integriert. Allerdings überzeugte er bei der Elrob 2024. Dort erreichte er im Szenario „Mule“ den ersten Platz. Diese Leistung unterstreicht seine Praxistauglichkeit. Die Tests konzentrieren sich auf Mobilität, Autonomie und Gefechtswert.

Panzerabwehrwirkung und Zukunftsperspektive

Aktuell wird ein 2-fach-Werfer mit Spike getestet. Perspektivisch ist auch ein 4-fach-Werfer denkbar. Damit könnte die Feuerkraft deutlich steigen. Die robotergestützte Panzerabwehr verlagert die Wirkung nach vorne. Soldaten bleiben in größerer Distanz zur Bedrohung. Das erhöht die Überlebensfähigkeit im Gefecht. Gleichzeitig bleibt die Plattform flexibel einsetzbar. Sie kann stationär auf Abruf positioniert werden. Oder sie begleitet Infanterieeinheiten aktiv im Gelände.

Fazit

Die Panzerabwehr mit dem Ziesel-Roboter von Diehl Defence kombiniert Autonomie, Mobilität und bewährte Spike-Technologie. Das System reduziert Risiken für Soldaten und steigert zugleich die Gefechtswirkung. Besonders das sensorfreie Folgemodus-Konzept setzt neue Maßstäbe. Mit weiteren Integrationen bis 2026 könnte der Ziesel zu einem Schlüsselbaustein moderner Landstreitkräfte werden. Wer die Zukunft unbemannter Panzerabwehr verstehen will, sollte dieses System genau beobachten.

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