J-36: China Kampfjet der 6. Generation

China beschleunigt die Entwicklung seines mysteriösen Nurflügler-Jets der 6. Generation in einem Tempo, das selbst westliche Militärexperten überrascht. Der neuartige Kampfjet J-36 steht sinnbildlich für Pekings strategischen Anspruch, technologische Führungsrollen im militärischen Bereich zu übernehmen. Öffentliche Testflüge, gezielte Leaks und ehrgeizige Zeitpläne deuten darauf hin, dass die Volksrepublik ihre nächste Luftkampfgeneration deutlich früher einsatzbereit haben will als bisher angenommen. Der Fokus liegt klar auf Reichweite, Tarnkappentechnik und der Fähigkeit, US-Militärmacht im Pazifik wirksam herauszufordern.

J-36: China Kampfjet der 6. Generation
J-36: China Kampfjet der 6. Generation

Das Wichtigste zum China Kampfjet in Kürze

  • China treibt die Entwicklung des Nurflügler-Jets J-36 massiv voran
  • Mehrere öffentliche Testflüge seit Dezember 2024 gezielt inszeniert
  • Dreifach-Triebwerkskonzept deutet auf Supercruise-Fähigkeit hin
  • Serienproduktion laut chinesischen Quellen bereits ab 2027 möglich
  • Strategisch klar auf ein Gegengewicht zum US-Bomber B-21 ausgelegt

Wann könnte der chinesische J-36 in Dienst gestellt werden?

Laut chinesischen Militärquellen und Medienberichten könnte der J-36 China Kampfjet bereits um das Jahr 2030 offiziell in den aktiven Dienst der chinesischen Luftwaffe aufgenommen werden.

Öffentliche Testflüge als strategisches Signal

Die erneuten Testflüge des J-36 fanden wie bereits beim Erstflug direkt über dem Werk der Chengdu Aircraft Corporation statt. Diese Flüge ereigneten sich mitten über der Millionenstadt Chengdu. Das ist militärisch ungewöhnlich, aber politisch bewusst gewählt. Zahlreiche Handyvideos auf Weibo verbreiteten sich rasend schnell. Das spricht für eine gezielte Machtdemonstration.

China zeigt offen, was andere Nationen noch verbergen. Der dritte bekannte Testflug fand nur wenige Monate nach dem Erstflug statt. Das deutet auf einen extrem verdichteten Entwicklungszyklus hin. Beobachter halten sogar zwei Flüge an einem Tag für möglich.

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Radikales Design: Der Nurflügler „Ginkgo Leaf“

Der J-36 folgt einer Nurflügel-Doppel-Delta-Konfiguration ohne vertikale Leitwerke. In China trägt er den Spitznamen „Ginkgo Leaf“. Dieses Design reduziert Radarquerschnitt und Luftwiderstand erheblich. Mit rund 22 Metern Länge und über 20 Metern Spannweite gehört der Jet zur schwersten Klasse moderner Kampfflugzeuge. Die Form entspricht klar den bekannten Konzepten der sechsten Generation.

Besonders auffällig ist die glatte Oberflächenstruktur. Sie dient der maximalen Tarnkappeneigenschaft. Das Design priorisiert Reichweite und Sensorintegration. Wendigkeit scheint bewusst zweitrangig zu sein.

Drei Triebwerke und das WS-15-Programm

Beim zweiten dokumentierten Testflug am 19. März wurden erstmals drei Triebwerke beobachtet. Kurzzeitig waren sogar Nachbrenner sichtbar. Chinesische Quellen sprechen vom Einsatz des WS-15. Dieses Triebwerk soll auch beim J-20 verwendet werden. Drei Triebwerke sind ungewöhnlich, bieten aber klare Vorteile.

Sie erhöhen Reichweite, Redundanz und Schubleistung. Ziel ist offenbar echter Supercruise. Also Überschallflug ohne Nachbrenner. Zusätzlich wurde erstmals das Einfahren des Tandemfahrwerks dokumentiert. Auch Treibstoffablass als Sicherheitsmaßnahme wurde beobachtet.

Beschleunigte Serienfertigung und zweiter Prototyp

Ein hochrangiger Militärvertreter erklärte gegenüber der South China Morning Post, der J-36 könne bereits in zwei bis drei Jahren in Serie gehen. Diese Aussage ist bemerkenswert. Sie unterstreicht politischen Rückhalt und strategische Dringlichkeit.

Gerüchte sprechen bereits von zwei existierenden Prototypen. Parallel soll ein zweiter Jet der sechsten Generation entstehen. Dabei handelt es sich vermutlich um den kleineren J-50. Dieser profitiert von den Erfahrungen des J-36-Programms. China verfolgt damit eine klare Zwei-Plattform-Strategie.

Militärische Rolle gegen US-Basen im Pazifik

Ein Artikel im chinesischen Magazin Shipborne Weapons beschreibt die geplante Einsatzdoktrin. Der J-36 soll im Konfliktfall US-Basen auf Guam aus großer Entfernung blockieren können. Die Rede ist von bis zu zwei Stunden Luftraumkontrolle aus 1000 Kilometern Distanz.

Hintergrund ist das US-Konzept der A2/AD-Durchbrechung. Der amerikanische Tarnkappenbomber B-21 gilt dabei als größte Bedrohung. Selbst große J-20-Verbände könnten ihn kaum stoppen. Der J-36 soll genau diese Fähigkeitslücke schließen.

Vergleich ausgewählter Eckdaten (Schätzungen)

Merkmal J-36 (China) B-21 (USA)
Generation 6. Generation 6. Generation
Reichweite ca. 8.000 km > 8.000 km
Triebwerke 3 2
Tarnkappe sehr hoch sehr hoch
Drohnensteuerung integriert integriert
Geplanter Dienst ab 2030 ab Ende 2020er

Die Triebwerksfrage: Das Herz des J-36 China Kampfjet

Ein kritischer Faktor für die Leistungsfähigkeit des J-36 China Kampfjet ist die Entwicklung moderner, einheimischer Triebwerke. Während frühe Prototypen noch auf russische RD-93-Triebwerke angewiesen waren, setzt die neueste Generation auf das leistungsstarke WS-19 „Huangshan“.

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Dieses Triebwerk ermöglicht nicht nur eine höhere Marschgeschwindigkeit ohne Nachbrenner (Supercruise), sondern verbessert durch eine optimierte Schubvektorsteuerung auch die Manövrierfähigkeit erheblich. Für die Stealth-Eigenschaften ist zudem die reduzierte Infrarotsignatur der neuen Auslassdüsen von zentraler Bedeutung. Damit schließt China technologisch die Lücke zu westlichen Mustern und sichert die operative Unabhängigkeit seiner Luftstreitkräfte.

Einsatz auf hoher See: Trägervariante und Katapultstart

Der J-36 China Kampfjet ist strategisch als Rückgrat der künftigen chinesischen Flugzeugträgerflotte konzipiert. Besonders im Fokus steht dabei die Kompatibilität mit dem elektromagnetischen Katapultsystem (EMALS) des neuen Flugzeugträgers „Fujian“. Im Gegensatz zu den älteren Sprungschanzen-Modellen erlaubt dies dem Jet, mit einer deutlich höheren Waffenlast und mehr Treibstoff zu starten.

Verstärkte Fahrwerke und klappbare Flügelspitzen sind spezifische Designmerkmale, die diesen chinesischen Stealth-Jet für den anspruchsvollen Dienst auf See qualifizieren. Diese maritime Komponente ist ein wesentlicher Bestandteil von Chinas Bestreben, eine „Blue Water Navy“ mit globaler Reichweite aufzubauen.

Sensorfusion und elektronische Überlegenheit

Hinter der Stealth-Hülle des J-36 China Kampfjet verbirgt sich hochmoderne Avionik, die auf einem leistungsfähigen AESA-Radar basiert. Dieses System ermöglicht es dem Piloten, Ziele auf große Distanzen zu erfassen, ohne selbst leicht entdeckt zu werden. Die Sensorfusion kombiniert Daten von Infrarot-Such- und Trackingsystemen (IRST) mit elektronischen Unterstützungsmaßnahmen, um ein lückenloses Lagebild zu erstellen.

In der modernen Luftkriegsführung agiert der Jet somit nicht nur als Jäger, sondern als fliegender Datenknotenpunkt, der Informationen in Echtzeit mit Drohnen und anderen Plattformen austauscht. Diese Vernetzung ist ein Kernmerkmal der 6. Generation und macht das System zu einer ernstzunehmenden Bedrohung in umkämpften Lufträumen.

Fazit

China beschleunigt die Entwicklung seines mysteriösen Nurflügler-Jets der 6. Generation mit enormer Konsequenz. Der J-36 ist kein Experiment, sondern ein strategisches Werkzeug. Öffentliche Testflüge, ambitionierte Zeitpläne und klare Einsatzkonzepte zeigen, wie ernst es Peking meint. Sollte der Jet tatsächlich um 2030 einsatzbereit sein, verschiebt sich das militärische Gleichgewicht im asiatisch-pazifischen Raum spürbar. Für westliche Streitkräfte ist der J-36 längst mehr als nur ein Gerücht.


FAQ

Ist der J-36 ein Kampfjet der 6. Generation?

Die Bezeichnung J-36 wird oft synonym für Chinas Ambitionen bei der Entwicklung von Technologien der 6. Generation verwendet, obwohl das aktuelle Design eher der 5. Generation (Plus) entspricht. Experten erwarten hier Merkmale wie KI-Unterstützung, Laserwaffen und die Steuerung von Drohnenschwärmen.

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Was unterscheidet den J-36 China Kampfjet von der US-amerikanischen F-35?

Während beide Jets auf Stealth-Technologie setzen, ist das chinesische Modell zweistrahlig ausgelegt, was Vorteile bei der Ausfallsicherheit über dem Meer bietet. Die F-35 verfügt jedoch über eine längere operative Historie und eine extrem fortschrittliche Software-Integration.

Welche Rolle spielen Stealth-Eigenschaften beim J-36?

Die Formgebung des Rumpfes und die Verwendung radarabsorbierender Materialien (RAM) minimieren den Radarquerschnitt des Flugzeugs erheblich. Dadurch kann der Jet tief in feindliche Lufträume eindringen, bevor er von gegnerischen Radarsystemen erfasst wird.

Wie hoch ist die Reichweite des neuen chinesischen Jets?

Die geschätzte Einsatzreichweite liegt bei etwa 1.200 Kilometern ohne externe Zusatztanks, was für Missionen im Pazifikraum entscheidend ist. Mit Luftbetankung kann diese Reichweite für strategische Einsätze signifikant erweitert werden.

Wird der J-36 auch an andere Länder exportiert?

China bietet eine Exportversion unter der Bezeichnung FC-31 an, um Nationen anzusprechen, die keinen Zugang zu US-Technologie haben. Länder wie Pakistan haben bereits offiziell ihr Interesse an diesem Stealth-Muster bekundet.

Welche Bewaffnung kann der J-36 tragen?

Der Jet verfügt über interne Waffenschächte, um die Stealth-Signatur nicht durch externe Lasten zu vergrößern. Dort können moderne Luft-Luft-Raketen wie die PL-15 oder präzisionsgelenkte Boden-Luft-Waffen mitgeführt werden.

Werden Drohnen zusammen mit dem J-36 eingesetzt?

In Konzepten für die 6. Generation fungiert der bemannte Jet als „Mutterschiff“ für unbemannte Begleitdrohnen (Loyal Wingmen). Diese Drohnen übernehmen gefährliche Aufklärungsaufgaben oder dienen als zusätzliche Waffenplattformen.

Warum gibt es verschiedene Bezeichnungen wie J-31, J-35 und J-36?

Die Nummerierung folgt oft unterschiedlichen Entwicklungsstadien oder spezifischen Varianten für Luftwaffe und Marine. J-36 wird in Fachkreisen häufig für die zukünftige, technologisch fortschrittlichste Evolutionsstufe verwendet.

Wie schnell kann der J-36 China Kampfjet fliegen?

Die Höchstgeschwindigkeit wird auf etwa Mach 1.8 bis Mach 2.0 geschätzt. Besonders wichtig ist jedoch die Fähigkeit zum Supercruise, also das Überschreiten der Schallmauer ohne treibstoffintensiven Nachbrenner.

Wann wird der J-36 voll einsatzbereit sein?

Erste Staffeln befinden sich bereits in der intensiven Erprobungsphase bei der chinesischen Marine und Luftwaffe. Eine volle Einsatzbereitschaft (IOC) wird für die kommenden zwei bis drei Jahre prognostiziert.

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