Über 130.000 Veteranenabzeichen der Bundeswehr bisher vergeben

Seit der Einführung des Veteranenabzeichens am 15. Juni 2019 hat die Bundeswehr einen wichtigen Schritt zur sichtbaren Anerkennung ehemaliger und aktiver Soldatinnen und Soldaten gemacht. Bis Ende Mai 2025 wurden bereits mehr als 130.000 Veteranenabzeichen vergeben. Die aktuellen Zahlen zeigen nicht nur den hohen Stellenwert dieser Auszeichnung, sondern auch eine deutliche Entwicklung bei Antragszahlen, Bearbeitungszeiten und der Veteranenarbeit insgesamt. Das Veteranenabzeichen steht heute symbolisch für Anerkennung, gesellschaftliche Sichtbarkeit und eine wachsende Veteranenkultur in Deutschland.

Über 130.000 Veteranenabzeichen der Bundeswehr bisher vergeben
Über 130.000 Veteranenabzeichen der Bundeswehr bisher vergeben

Das Wichtigste in Kürze

  • Seit 2019 wurden 130.850 Veteranenabzeichen offiziell verliehen
  • Insgesamt gingen 130.924 Anträge ein, nur 74 wurden abgelehnt
  • Das Abzeichen würdigt Dienst, Kameradschaft und Pflichterfüllung
  • Die Bearbeitungszeit sank von sechs Monaten auf durchschnittlich 14 Tage
  • Das Veteranenabzeichen ist ein zentraler Baustein der Bundeswehr-Veteranenkultur

Wie viele Veteranenabzeichen wurden bislang verliehen?

Seit der Einführung am 15. Juni 2019 hat die Bundeswehr bis zum 31. Mai 2025 insgesamt 130.850 Veteranenabzeichen ausgehändigt. Von 130.924 gestellten Anträgen wurden lediglich 74 abgelehnt.

Einführung und Bedeutung des Veteranenabzeichens

Das Veteranenabzeichen wurde offiziell am 15. Juni 2019 eingeführt. Grundlage dafür war der Tagesbefehl zum Veteranenbegriff vom 26. November 2018 durch die damalige Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen. Ziel war es, eine klare Definition für Veteranen der Bundeswehr zu schaffen und ihnen sichtbare Anerkennung zu geben. Die erste feierliche Übergabe fand zum „Tag der Bundeswehr“ in Faßberg statt.

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Dort überreichte von der Leyen persönlich die ersten Abzeichen an aktive und ehemalige Soldaten. Von Beginn an war das Abzeichen als gesellschaftliches Symbol gedacht. Es sollte Wertschätzung ausdrücken und die Leistungen der Bundeswehrangehörigen sichtbar machen.

Wer als Veteran gilt und wofür das Abzeichen steht

Veteranen der Bundeswehr sind alle Soldatinnen und Soldaten, die Deutschland gedient haben und ehrenhaft aus dem Dienstverhältnis ausgeschieden sind. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Dienst im In- oder Ausland erfolgte. Das Verteidigungsministerium betont, dass das Veteranenabzeichen zentrale Werte verkörpert. Dazu zählen Gemeinschaft, Kameradschaft und Pflichterfüllung im Dienst an der Gesellschaft.

Das Abzeichen darf bewusst nicht an der Uniform getragen werden. Es ist ausschließlich für die Zivilkleidung vorgesehen. Damit soll es die Veteranen im öffentlichen Raum repräsentieren und ihre Rolle in der Gesellschaft sichtbar machen. Auch aktive Soldaten können das Abzeichen bereits während ihrer Dienstzeit beantragen.

Antragszahlen, Ablehnungen und Gründe

Zwischen dem 15. Juni 2019 und dem 31. Mai 2025 gingen insgesamt 130.924 Anträge auf das Veteranenabzeichen ein. Davon wurden 130.850 Anträge positiv beschieden. Lediglich 74 Anträge wurden abgelehnt. Die Bundesregierung nennt dafür klare Gründe.

Dazu zählen unter anderem das Ausscheiden aus dem Wehrdienst mit Verlust des Dienstgrades oder laufende disziplinargerichtliche Verfahren. Die geringe Ablehnungsquote zeigt, dass die Anspruchsvoraussetzungen in der Praxis gut nachvollziehbar sind. Gleichzeitig verdeutlichen die Zahlen, wie hoch die Akzeptanz des Abzeichens unter den Berechtigten ist. Das Bundesministerium der Verteidigung ging ursprünglich von rund zehn Millionen potenziell Anspruchsberechtigten in Deutschland aus.

Beantragung: Das Veteranenabzeichen muss aktiv beantragt werden; es wird nicht automatisch verliehen.

  • Aktive Soldaten stellen den Antrag über ihren Disziplinarvorgesetzten oder Kompaniefeldwebel.

  • Ehemalige Soldaten und Reservisten müssen einen Antrag an das Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr (BAPersBw) stellen. Entsprechende Antragsformulare sind online verfügbar, z.B. auf der Website der Bundeswehr oder des Reservistenverbandes. Der Antrag kann per Post oder vorzugsweise per E-Mail an BAPersBwVIVeteranenabzeichen@bundeswehr.org gesendet werden.

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Die Aushändigung ist für die Veteranen kostenfrei. Aufgrund der hohen Anzahl an Anträgen kann die Bearbeitung und Zustellung einige Zeit in Anspruch nehmen.

Entwicklung der Anträge nach Jahren

Die Zahl der Anträge schwankte seit der Einführung deutlich. Besonders hoch war das Interesse in den Startjahren sowie erneut ab 2024. Die offiziellen Zahlen zeigen die Entwicklung im Detail:

Jahr Anträge Ausgehändigt
2019 26.594 26.594
2020 26.642 26.627
2021 11.024 11.014
2022 16.277 16.258
2023 10.445 10.427
2024 26.458 26.446
2025 13.484 13.484

Die Zahlen zeigen, dass nahezu alle Anträge auch tatsächlich bewilligt wurden. Besonders auffällig ist der erneute Anstieg ab 2024. Dieser steht im Zusammenhang mit einer stärkeren öffentlichen Wahrnehmung und neuen Strukturen für Veteranen.

Bearbeitungszeiten und personelle Ressourcen

Zu Beginn der Einführung im Sommer 2019 lag die durchschnittliche Bearbeitungszeit bei rund sechs Monaten. Grund dafür war das hohe Anfangsaufkommen und fehlende Routine im Verfahren. Im Jahr 2021 wurde schließlich ein Regelverfahren etabliert. Dadurch sank die Bearbeitungszeit auf durchschnittlich 14 Tage. Dieser Wert gilt bis heute als Standard.

Allerdings räumte die Bundesregierung ein, dass es 2024 und 2025 zu temporären Verzögerungen kam. Im Zusammenhang mit dem erstmals durchgeführten Veteranentag stieg das Antragsaufkommen deutlich. Die Bearbeitungszeit verlängerte sich zeitweise auf zwei bis vier Monate. Aktuell bearbeiten drei Mitarbeiter die Anträge. Zu Beginn waren es noch elf. Die Reduzierung wurde nach der Stabilisierung der Abläufe möglich.

Rolle des Veteranenbüros und politische Bewertung

Ein zentraler Wendepunkt war die Eröffnung des Veteranenbüros in Berlin im Januar 2024. Damit wurde erstmals eine zentrale Anlaufstelle für Veteranen geschaffen. Zuvor hatte die AfD-Bundestagsfraktion kritisiert, dass trotz einer hohen Zahl potenziell Berechtigter nur vergleichsweise wenige Abzeichen verliehen worden seien. In einer Kleinen Anfrage forderte sie Aufklärung zur Vergabepraxis, Bearbeitungsdauer und symbolischen Wirkung.

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Die Bundesregierung sieht das Veteranenabzeichen heute als festen Bestandteil einer wachsenden Veteranenkultur. Öffentliche Verleihungen, etwa am Veteranentag am 15. Juni 2025 vor dem Reichstagsgebäude, sollen Bekanntheit und Sichtbarkeit weiter steigern.

Fazit

Mehr als 130.000 ausgehändigte Veteranenabzeichen zeigen deutlich, dass Anerkennung und Sichtbarkeit für Bundeswehrveteranen an Bedeutung gewinnen. Die stark verbesserten Bearbeitungszeiten, klare Kriterien und neue Strukturen wie das Veteranenbüro stärken das Vertrauen in das Verfahren. Das Veteranenabzeichen ist längst mehr als ein Symbol. Es ist ein sichtbares Zeichen gesellschaftlicher Wertschätzung und ein wichtiger Baustein einer modernen Veteranenkultur in Deutschland.

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