Drohnenabwehrzentrum startet im Januar 2026 in Berlin

Mit der Einweihung des gemeinsamen Drohnenabwehrzentrums in Berlin reagieren Bund und Länder auf eine deutlich verschärfte Sicherheitslage. Illegale Drohnenflüge nehmen zu, besonders über sensiblen Infrastrukturen. Ab Januar startet der operative Betrieb des neuen Zentrums bei der Bundespolizei. Ziel ist es, Informationen schneller zu bündeln, Risiken früher zu erkennen und Einsätze besser zu koordinieren. Der Fokus liegt klar auf Prävention, Abwehr und der engen Zusammenarbeit aller relevanten Sicherheitsakteure.

Drohnenabwehrzentrum startet im Januar 2026 in Berlin
Drohnenabwehrzentrum startet im Januar 2026 in Berlin

Das Wichtigste in Kürze

  • Bund und Länder haben ein gemeinsames Drohnenabwehrzentrum in Berlin eingeweiht
  • Der operative Betrieb beginnt im Januar
  • Angesiedelt ist das Zentrum bei der Bundespolizei
  • Sicherheitsbehörden, Bundeswehr und Nachrichtendienste arbeiten dort zusammen
  • Hintergrund sind stark gestiegene Drohnensichtungen an kritischer Infrastruktur

Warum wurde ein Drohnenabwehrzentrum eingerichtet?

Das Zentrum soll illegale Drohnen frühzeitig erkennen, Risiken bewerten und abgestimmte Abwehrmaßnahmen ermöglichen, um Spionage, Sabotage und Angriffe auf kritische Infrastruktur zu verhindern.

Einweihung des Drohnenabwehrzentrums in Berlin

Am 17. Dezember 2025 wurde das gemeinsame Drohnenabwehrzentrum offiziell in Berlin eingeweiht. An der Eröffnung nahm unter anderem Bundesinnenminister Alexander Dobrindt teil. Das Zentrum ist organisatorisch bei der Bundespolizei angesiedelt. Bund und Länder setzen damit erstmals auf eine dauerhaft institutionalisierte Zusammenarbeit im Bereich der Drohnenabwehr.

Der Start des operativen Betriebs ist für Januar vorgesehen. Damit soll keine symbolische Einrichtung entstehen, sondern eine arbeitsfähige Einheit. Die politische Bedeutung der Einweihung ist hoch, da Drohnen zunehmend als Sicherheitsrisiko wahrgenommen werden.

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Arbeitsbeginn im Januar und operative Aufgaben

Der eigentliche Arbeitsbetrieb des Zentrums beginnt im Januar. Ab diesem Zeitpunkt sollen Informationen systematisch zusammengeführt werden. Ziel ist es, Lagebilder zu erstellen und Einsatzmaßnahmen zu koordinieren. Vertreter verschiedener Behörden arbeiten dabei dauerhaft zusammen.

Dazu zählen Sicherheitsbehörden der Länder, die Bundespolizei, die Bundeswehr sowie Nachrichtendienste. Durch den direkten Austausch sollen Entscheidungswege verkürzt werden. Gleichzeitig soll die Reaktionsgeschwindigkeit bei akuten Vorfällen steigen. Das Zentrum versteht sich als operative Schaltstelle, nicht nur als Analyseplattform.

Zusammenarbeit von Polizei, Bundeswehr und Nachrichtendiensten

Ein zentrales Element des neuen Zentrums ist die enge behördenübergreifende Zusammenarbeit. Polizei, Bundeswehr und Nachrichtendienste bringen jeweils eigene Kompetenzen ein. Die Polizei übernimmt vor allem Aufgaben im Bereich Gefahrenabwehr und Strafverfolgung. Die Nachrichtendienste liefern Erkenntnisse zu möglichen staatlichen oder nichtstaatlichen Akteuren.

Die Bundeswehr wird insbesondere bei militärischen Drohnen relevant. Einigkeit besteht darin, dass die Polizei größere militärische Drohnen allein nicht abwehren kann. Diese klare Rollenverteilung soll rechtliche und operative Sicherheit schaffen.

Vorbild Gemeinsames Terrorabwehrzentrum

Strukturell orientiert sich das neue Drohnenabwehrzentrum am Gemeinsamen Terrorabwehrzentrum. Dort tauschen sich seit Jahren Polizei und Nachrichtendienste zu islamistischem Terrorismus aus. Dieses Modell gilt als bewährt. Auch beim Thema Drohnen geht es um komplexe Bedrohungslagen. Der Ansatz setzt auf permanente Kommunikation statt punktuelle Abstimmung.

Risiken sollen früh erkannt werden, bevor es zu konkreten Schäden kommt. Die Übertragung dieses Konzepts auf die Drohnenabwehr zeigt, wie ernst die Lage eingeschätzt wird. Gleichzeitig unterstreicht es den präventiven Charakter des Zentrums.

Zunehmende Drohnensichtungen und neue Bedrohungslage

Laut Bundesregierung haben Drohnensichtungen an sensiblen Einrichtungen deutlich zugenommen. Besonders betroffen sind Flughäfen, Bundeswehrstandorte und Energieversorger. Seit Beginn des Kriegs zwischen Russland und der Ukraine ist diese Entwicklung klar erkennbar.

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Bundesinnenminister Dobrindt geht davon aus, dass viele Drohnen von feindlichen Mächten gesteuert werden. Die Risiken reichen von Spionage über Sabotage bis hin zu Angriffen. Auch Störungen des Luftverkehrs spielen eine Rolle. Die Drohne wird zunehmend als Mittel hybrider Kriegsführung verstanden.

Rechtliche Grundlagen und Reform des Luftsicherheitsgesetzes

Parallel zur Einrichtung des Zentrums wird das Luftsicherheitsgesetz reformiert. Das Kabinett hat eine entsprechende Gesetzesänderung beschlossen. Derzeit befindet sich die Reform im parlamentarischen Verfahren. Ziel ist es, den Einsatz der Bundeswehr im Inland rechtlich abzusichern.

Dabei geht es um Amtshilfe für die Polizei bei hybriden Bedrohungen. Zusätzlich soll es erlaubt werden, Drohnen aktiv vom Himmel zu holen. Bisher waren oft nur Ablenkungsmaßnahmen zulässig. Die Reform schafft damit neue rechtliche Handlungsspielräume für die Praxis.

Zentrale Fakten im Überblick

Aspekt Information
Standort Berlin
Träger Bund und Länder
Anbindung Bundespolizei
Arbeitsbeginn Januar
Beteiligte Polizei, Bundeswehr, Nachrichtendienste
Hauptziel Erkennung und Abwehr illegaler Drohnen

Fazit

Mit dem neuen Drohnenabwehrzentrum setzen Bund und Länder ein deutliches sicherheitspolitisches Signal. Der Arbeitsbeginn im Januar markiert den Start einer engeren, effizienteren Zusammenarbeit. Angesichts steigender Drohnensichtungen und hybrider Bedrohungen ist dieser Schritt überfällig. Die Verbindung von operativer Praxis, rechtlicher Anpassung und strategischem Austausch stärkt die innere Sicherheit spürbar. Das Zentrum könnte zum entscheidenden Baustein moderner Gefahrenabwehr werden.

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